Frauen- und Männergesundheit

Wie sicher sind Brustimplantate?

Sind Implantate in der Brust wirklich harmlos? Neue Studien sehen hier durchaus Unterschiede.

19.07.2019
Beim geringsten Verdacht sofort zum Arzt gehen!  Foto: Fotolia / detailblick Beim geringsten Verdacht sofort zum Arzt gehen! Foto: Fotolia / detailblick

Brustimplantate sind in jüngster Vergangenheit immer wieder in Verruf geraten. So sollen sie wissenschaftlichen Studien zufolge das Risiko für das Anaplastische Lymphom (Anaplastic Large Cell Lymphoma (ALCL) erhöhen. Dabei handelt es sich um ein seltenes Non-Hodgkin Lymphom – Lymphdrüsenkrebs.
In Deutschland werden rund 60.000 Brustimplantate im Jahr eingesetzt, anders als in den USA überwiegend mit einer beschichteten, texturierten Oberfläche. Dadurch verbindet sich das Implantat besser mit dem umliegenden Gewebe und ähnelt – anders als die runden Implantate mit ihrer glatten Oberflächenstruktur – der anatomischen Tropfenform der natürlichen Brust.
Bereits vor 20 Jahren hatten Studien gezeigt, dass das Breast Implant Associated Anaplastic Large Cell Lymphoma (BIA-ALCL) existiert. Obwohl die Mehrheit der bekannten BIA-ALCL-Fälle bei Patientinnen mit texturierten Implantaten beobachtet wurde, führte man bisher keine kontrollierten klinischen Studien durch, die einheitliche Patientengruppen mit glatten und texturierten Implantaten vergleichen. Fest steht nur: Bei jedem bestätigten Fall von BIA-ALCL spielten texturierte Implantate eine Rolle. Deshalb rieten Experten auf dem 136. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie Ende März in München dazu, bei unklarer Datenlage, glattwändige Implantate zu bevorzugen.
Bei starken Flüssigkeitsansammlungen in der Brust mindestens ein Jahr nach Implantation sollte man zum Arzt gehen! Handelt es sich um ein BIA ALCL, sollte das Implantat mit der umschließenden Kapsel entfernt werden. (red)

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