Frauen- und Männergesundheit

Mit gefrorenen Eizellen zum Wunschkind

"Social Freezing" liegt weiter im Trend. Denn damit lässt sich eine späte Schwangerschaft noch unter günstigeren Bedingungen umsetzen. Frauen sollten sich dafür jedoch in jüngeren Jahren dazu entschließen.

23.06.2018
Reproduktionsmediziner reagieren auf den Trend zum späten Kind.  Foto: Fotolia / Dan Race Reproduktionsmediziner reagieren auf den Trend zum späten Kind. Foto: Fotolia / Dan Race

Frauen in Deutschland werden immer später Mütter: Seit 2003 liegt die Geburtenrate für Frauen unter 30 niedriger als bei Frauen über 30 Jahren – eine Herausforderung für Fortpflanzungsmediziner. Denn mit steigendem Alter sinken die Chancen auf eine Schwangerschaft und ein gesundes Baby.
Das „Social Freezing“, eine moderne Methode der Fortpflanzungsmedizin, erweitert den Spielraum für Frauen, sich auch später noch ihren Kinderwunsch zu erfüllen. „Das Einfrieren von Eizellen und eine künstliche Befruchtung ermöglichen Frauen spätere Schwangerschaften mit ihren eigenen, ‚jungen‘ Eizellen“, erklärt Professor Dr. med. Katrin van der Ven im Vorfeld des 61. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) Mitte März in Bonn. Die Ärztin am MVZ für Frauenheilkunde und IvF Medizin Bonn GbR betont: „Das Einfrieren der Eizellen sollte aber möglichst in Zeiten hoher Fruchtbarkeit, idealerweise vor dem 35. Lebensjahr erfolgen.“
Der Höhepunkt der fruchtbaren Phase einer Frau liegt allerdings deutlich früher: vor dem 30. Lebensjahr. Danach sinken die Chancen für eine Schwangerschaft und ein gesundes Kind. „Inzwischen ist es aber möglich, Eizellen schonend einzufrieren und eine sogenannte Fertilitätsreserve anzulegen“, so van der Ven.
Das Social Freezing gilt heute als etablierte Variante der Reproduktionsmedizin. Die Rate der so erreichten Befruchtungen und Schwangerschaften ist genauso hoch wie bei einer künstlichen Befruchtung mit frischen Eizellen. (red)

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