Frauen- und Männergesundheit

Leistenbruch oft durch Zufall entdeckt

Männer sind meist hart im Nehmen. Aber sie haben eine Schwachstelle: die Leiste. Kommt es zu einem Bruch, muss man mitunter schnell handeln. Erhöhte Prostatawerte könnten ein Warnsignal sein.

27.07.2017
Schmerzen aus der Leiste können höllisch weh tun.  Foto: Fotolia_Photographee.eu

Ein Leistenbruch (Leistenhernie) ist eine der häufigsten Männererkrankungen. Nur in einem von zehn Fällen trifft es eine Frau. Dabei brechen Fettgewebe oder Darm durch den Leistenkanal (indirekte Hernie) oder an einer Schwachstelle der Bauchwand daneben (direkte Hernie). Ein Druckgefühl in der Leistengegend könnte ein erstes Warnzeichen sein. Später können sich von außen tastbare Ausbuchtungen bilden, die Schwellungen und mitunter starke Schmerzen in der Leistengegend verursachen können. Schlimmstenfalls wird ein Stück des Darms derart abgequetscht, dass der Blutfluss unterbrochen wird. Das wäre ein absoluter Notfall, der sofort operiert werden muss, da sonst der Teil des Darms absterben würde. Dadurch könnte sich der Bauchraum bis hin zum Hodenbereich entzünden. Auch eine Blutvergiftung und damit Lebensgefahr droht.

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Hinweis Blasenentleerungsstörung

Doch nicht immer bereitet ein Leistenbruch Beschwerden. Er kann lange unentdeckt bleiben. Eine Studie aus Texas zeigte unlängst, dass eine Leistenhernie oft erst im Rahmen einer Entfernung der Prostata entdeckt wird. Demnach war der Leistenbruch nur in knapp der Hälfte der Fälle zuvor bekannt gewesen. Die Forscher untersuchten daraufhin, ob es einen Zusammenhang mit Prostata-Problemen wie einer gutartigen Vergrößerung der Prostata oder gar einem bösartigen Tumor an diesem Organ gibt. Die Auswertung der im Durchschnitt knapp 28 Monate lang erhobenen Daten ergab, dass Patienten mit einem hohen International Prostate Symptom Score (IPSS) ein besonders hohes Risiko für einen Leistenbruch hatten. Da Probleme mit der Prostata häufig mit Blasenentleerungsstörungen einhergehen, könnten diese auch ein Warnsignal für einen Leistenbruch sein. Männer mit Blasenentleerungsstörungen hatten fünfmal häufiger einen Leistenbruch zu beklagen als solche ohne Harnwegsprobleme – und zwar unabhängig von der Größe der Prostata.

Risikofaktoren reduzieren

Dass meist Männer davon betroffen sind, liegt daran, dass der Leistenkanal wegen der Hodenwanderung im Mutterleib eine Schwachstelle bleibt, durch die Fettgewebe oder Darm drücken kann. Vor allem, wenn die Bauchmuskulatur im Vergleich zum Bauchinnendruck nicht stark genug ist, kann es beim Heben schwerer Lasten, bei Übergewicht und beim Pressen leicht zu einem Bruch kommen, der früher oder später operiert werden muss. (red)