Frauen- und Männergesundheit

Leberschäden mit Bier vorbeugen?

Es gilt als Nahrungsmittel, Dickmacher und Droge gleichermaßen. Doch ohne Alkoholanteil kann Bier offenbar Entzündungen stoppen. Das liegt am Hopfen.

10.12.2018
Foto: Auch Hopfentee kann den positiven Effekt entfalten. AdobeStock / Printemps Foto: Auch Hopfentee kann den positiven Effekt entfalten. AdobeStock / Printemps

Es klingt absurd und dennoch könnte es wahr sein: dass man mit Bier Entzündungen ausgerechnet in den Leberzellen verhindern könnte.
Forscher um Prof. Dr. Claus Hellerbrand vom Institut für Biochemie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) fanden im Bier jede Menge gesunder Inhaltsstoffe gegen Entzündungen und Fettleibigkeit.
So enthält Bier Xanthohumol und Iso-Alphasäuren. Laut Studien hemmt Xanthohumol die durch Übergewicht und Fehlernährung hervorgerufene Leberverfettung und verhindert, dass die Leber vernarbt. Zudem tötet es Leberkrebszellen ab und verhindert bei Überernährung die Gewichtszunahme.
Auch die Iso-Alphasäuren, die beim Brauprozess aus den Bitterstoffen des Hopfens entstehen, haben eine positive Wirkung auf die Gesundheit. Sie hemmen Leberschäden und beeinflussen den Fett- und Zuckerstoffwechsel positiv. In neuen Forschungsarbeiten fanden die Wissenschaftler gemeinsam mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Ina Bergheim, Universität Wien, außerdem heraus, dass die beiden Substanzen besonders
in Kombination
biologische Prozesse günstig beeinflussen. Zusammen hemmen sie Entzündungsprozesse noch effektiver. Bereits sehr niedrige Konzentrationen bremsen deutlich die Produktion von Entzündungsfaktoren in Leber- und Blutzellen.
Bier sei jedoch keine Medizin, vor allem wegen des Alkoholgehalts, warnt Hellerbrand. Es sei jedoch denkbar, dass durch den Konsum von alkoholfreiem Bier oder anderen hopfenhaltigen Nahrungsmitteln und Getränken wie Hopfenlimonade oder Hopfentee eine positive Wirkung zu erzielen ist,
so die Hoffnung des Experten.„Gerade zur Behanlung oder Prävention von Leberschäden durch Fettleibigkeit scheinen Xanthohumol und Iso-Alphasäuren sehr vielversprechend.“
Damit wäre Deutschlands beliebtestes Partygetränk besser als sein Ruf. Aber natürlich nur das alkoholfreie! (red)

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