Frauen- und Männergesundheit

Frauen häufiger nierenkrank

Frauen werden älter als Männer und sind deshalb häufiger von Erkrankungen der Niere betroffen. Vor allem während der Schwangerschaft sollten sie die Funktion des Filterorgans überwachen lassen.

26.09.2018
Der Nephrologe Dr. Lothar Kornalik betreute die Dialysepatientin Tamara Basler (hier mit Sohn Elian und Tochter Marlena) aus Amberg bei beiden Schwangerschaften. Mutter und Kinder sind gesund.   Foto: DGfN Der Nephrologe Dr. Lothar Kornalik betreute die Dialysepatientin Tamara Basler (hier mit Sohn Elian und Tochter Marlena) aus Amberg bei beiden Schwangerschaften. Mutter und Kinder sind gesund. Foto: DGfN

Nierenkrankheiten sind ein häufiges Leiden. Hauptursachen sind Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Autoimmunerkrankungen. Statistisch gesehen entwickeln Frauen häufiger eine chronische Nierenkrankheit als Männer. „Dies liegt insbesondere an der höheren Lebenserwartung der Frauen – mit zunehmenden Alter nimmt die Leistung der Nieren ab“, erklärt Professor Dr. Sylvia Stracke, Nephrologin und Leiterin der Kommission Frau und Niere bei der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN). Allerdings schreite die Nierenkrankheit bei Frauen langsamer voran als bei Männern und so gebe es auch weniger dialysepflichtige Frauen als Männer.
Als Grund verweist die Fachärztin neben der langsameren Krankheitsentwicklung auf psychosoziale Faktoren: So lebten ältere Frauen häufiger allein und ihnen fehle die Unterstützung nahestehender Personen. Dies führe zu einem späten Dialysebeginn oder gar zu einer Entscheidung gegen die lebenserhaltende Blutwäsche-Behandlung.

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Frühgeburten, Unfruchtbarkeit

Aber auch junge Frauen können nierenkrank werden, was vor allem bei einer Schwangerschaft zu Komplikationen führen kann. Denn zwischen einer Schwangerschaft und der Nierenfunktion bestehen komplexe Wechselwirkungen: Zum einen kann sich eine bereits bestehende Nierenkrankheit in dieser Zeit weiter verschlechtern, zum anderen kann sich im Laufe der Schwangerschaft eine Nierenkrankheit erstmalig einstellen. Darauf wies die DGfN zum Weltnierentag hin, der in diesem Jahr unter dem Motto „Nieren- und Frauengesundheit“ stand.
Das Problem: Frauen mit einer fortgeschrittenen chronischen Nierenkrankheit haben ein erhöhtes Risiko für Frühgeburten. Als Schwangerschaftskomplikation tritt häufig ein zu hoher Blutdruck auf, der sowohl für die Schwangere selbst als auch für das ungeborene Kind gefährlich werden kann.

Engmaschige Kontrollen

„Es handelt sich um Risikoschwangerschaften, die engmaschig kontrolliert werden müssen“, so Stracke. Die Nierenfunktion muss hier kontinuierlich überwacht werden, damit Stoffwechselendprodukte vollständig ausgeschieden werden. Bei schwangeren Dialysepatientinnen ist eine Intensivierung der Dialysebehandlung notwendig, damit die hohen Harnstoffwerte der Mutter das Ungeborene nicht gefährden. Dialyse-Schwangerschaften sind jedoch sehr selten, da die Dialysebehandlung den Eisprung durch hormonelle Veränderungen stark beeinflusst und dieser meist ganz ausbleibt. (red)