Ernährung und Gewichtskontrolle

Schlankheitswahn begünstigt Übergewicht

Druck ist kein gutes Mittel, wenn es ums Abnehmen geht. Vor allem, wenn Eltern permanent an der Figur ihrer Kinder nörgeln, erreichen sie damit meist genau das Gegenteil.

30.03.2018
Heißhunger: Wer Kinder zu sehr auf eine schlanke Figur triezt, erreicht oft genau das Gegenteil.   Foto: Fotolia / Viacheslav Iakobchuk

Obwohl immer mehr Kinder und Jugendliche übergewichtig sind, bleibt das Ideal eine schlanke Figur. Diesem Druck sind vor allem Teenager nicht immer gewachsen. US-Forscher haben nun herausgefunden, dass die Wahrscheinlichkeit abzunehmen, durch genau diesen Druck weiter sinkt. Sie untersuchten in einer Studie 196 gesunde jugendliche Mädchen (65 Prozent) und Jungen (35 Prozent) im Alter von 15 Jahren (±1 Jahr) mit unterschiedlichem Körpergewicht. Der Body Mass Index (BMI) lag bei 25 ±7. Die Jugendlichen wurden zu Beginn der Studie sowie nach einem Jahr untersucht. Die Jugendlichen und ihre Mütter füllten anfangs einen Fragebogen aus, bei dem sie angeben mussten, wie stark der Druck, dünn zu sein, bei ihnen ausgeprägt war. Ebenso wurden zu Beginn und nach einem Jahr der BMI und das Körperfett der Probanden gemessen.
Die Auswertung der Ergebnisse nach einem Jahr zeigte, dass die Jugendlichen einen größeren Anstieg an Körperfett verzeichnen mussten, wenn sie in dem Fragebogen über einen hohen Druck, dünn sein zu müssen, der von den Eltern oder Gleichaltrigen ausging, berichteten. Weiterhin wiesen die Jugendlichen auch dann größere Anstiege von Gewicht oder Körperfett auf, wenn die Mütter in den Fragebögen angegeben hatten, hohen Druck auf ihr Kind auszuüben und dünn sein zu müssen. Diese Effekte waren bei den Kindern mit höherem Körpergewicht besonders deutlich ausgeprägt.
Um die zugrunde liegenden Mechanismen zu verstehen, werden aber weitere Forschungen nötig sein.
Aber jetzt schon kann aber festgehalten werden, dass es nicht beim Abnehmen hilft, wenn Eltern, Freunde und Schulkameraden Druck aufbauen. Die Experten empfehlen daher, diesen zu vermeiden. (red)

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