Ernährung und Gewichtskontrolle

Erhöht Kokosnussöl das Cholesterin?

Ungesättigte Fette gelten generell als gesünder als ungesättigte. Doch stimmt das auch? Eine Studie zieht ein gemischtes Fazit.

26.12.2018
Kokosnussöl  –  der neue Stern am „Superfood-Himmel“.  Foto: AdobeStock / nitreenrk Kokosnussöl – der neue Stern am „Superfood-Himmel“. Foto: AdobeStock / nitreenrk

Kokosnussöl ist hierzulande gerade der Hit. Doch ob es sich dabei tatsächlich um „Superfood“ handelt, ist unter Wissenschaftlern umstritten. Denn im Gegensatz zu Olivenöl oder Sonnenblumenöl enthält Kokosnussöl viele gesättigte Fettsäuren. Diese gelten als hauptverantwortlich für erhöhte Cholesterinwerte – ein wichtiger Risikofaktor für Gefäßverkalkung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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Herzkrankheit im Fokus

Wie das DeutscheGesundheitsPortal berichtet, haben Wissenschaftler aus Indien in einer aktuellen Studie herausgefunden, wie sich der regelmäßige Verzehr der verschiedenen Öle auf bestimmte Laborwerte von Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) auswirkt. Zu diesem Zweck untersuchten die Forscher 153 Männer zwischen 35 und 70 Jahren, die an einer KHK litten. Die Patienten wurden nach ihrem Ernährungsverhalten in zwei verschiedene Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe bestand aus 73 Patienten, die länger als zwei Jahre regelmäßig Kokosnussöl zu sich nahmen, während die andere Gruppe mit 80 Patienten stattdessen täglich Sonnenblumenöl verwendete.
Von diesen Patienten wurden die Blutfette, der Vitamin-C-Gehalt und andere Parameter, die auf oxidativen Stress hinweisen, bestimmt.
Von oxidativem Stress spricht man, wenn der Körper schädliche freie Radikale nicht mehr ausreichend abfangen kann. Diese können Zellen und das Erbgut schädigen und sind an Alterungsprozessen beteiligt.

Kokosnussöl häufig überlegen

Bei der Analyse der Daten fiel auf, dass sich die klassischen Blutfettwerte zwischen den beiden Patientengruppen nicht nennenswert
unterschieden. Der durchschnittliche Vitamin-C-Gehalt war jedoch bei Patienten, die Kokosnussöl verwendeten, höher als bei denen, die zu Sonnenblumenöl griffen. Die Konzentration von Malondialdehyd, ein Marker für oxidativen Stress, war beim Verzehr von Sonnenblumenöl höher als bei der Kokosnussöl-Gruppe.
Andere Parameter des oxidativen Stresses unterschieden sich zwischen den Patientengruppen nicht. Dazu gehörte etwa die Konzentration des körpereigenen Antioxidans Glutathion oder die von Enzymen, die bei der Abwehr von oxidativem Stress beteiligt sind.

Weniger oxidativer Stress

In dieser Studie gab es somit keine Hinweise darauf, dass Kokosnussöl den Cholesterinwert stärker erhöht als Sonnenblumenöl. Im Gegenteil führte der Verzehr im Vergleich zum Sonnenblumenöl-Konsum zu weniger oxidativen Stress. Allerdings handelte es sich hierbei um eine reine Beobachtungsstudie. Die Blutfette und der oxidative Stress sind von vielen Parametern abhängig und somit nicht alleine auf den Konsum einer bestimmten Ölsorte zurückzuführen.
Weitere Studien, bei denen das Nahrungsverhalten der Patienten vorgegeben und kontrolliert wird und bei denen die Patientengruppen in allen anderen Verhaltensmustern und Eigenschaften möglichst übereinstimmen, sind deshalb letztlich nötig, um diese Ergebnisse zu bestätigen. (dgp/red)