Augen, Nase und Ohren

Wie können Tinnitus-Noiser helfen?

An ein ständiges Piepen oder Pfeifen im Ohr sollte sich niemand gewöhnen. Falls andere Therapien versagen, können Hörgeräte mit einer Zusatzfunktion Betroffenen helfen.

07.10.2017
Ein Dauerton im Ohr quält Millionen Menschen. Doch es gibt Lösungen.  Foto: Fotolia_Axel_Kock Ein Dauerton im Ohr quält Millionen Menschen. Doch es gibt Lösungen. Foto: Fotolia_Axel_Kock

Menschen mit Tinnitus haben‘s doppelt schwer: Zum einen haben sie privat und/oder beruflich großen Stress, denn der gilt als Auslöser für das unerwünschte Ohrgeräusch, und leiden zum anderen unter dem ständigen Piepton im Ohr.
Bleibt der Tinnitus länger als drei Monate bestehen, gilt er als chronisch. Das ist nicht nur psychisch eine Belastung, sondern geht oft auch mit einem Hörverlust und einer Geräuschempfindlichkeit (Hyperakusis) einher. Hörgeräte mit Tinnitus-Noiser können Abhilfe schaffen.

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Symptome lindern

Laut Deutscher Tinnitus Liga e. V. sind knapp vier Millionen Bundesbürger (älter als zehn Jahre) von Tinnitus betroffen. 1,5 Millionen von ihnen leiden unter einer mittelgradigen bis schweren Form („dekompensierter“ Tinnitus). 44 Prozent der Tinnitus-Patienten haben zusätzlich eine Hyperakusis.
Wird der Tinnitus durch einen Hörsturz verursacht und geht er mit einer solchen Geräuschüberempfindlichkeit einher, kann ein Tinnitus-Noiser helfen. Dieser wird in ein Hörgerät eingebaut und erzeugt ein ständiges als angenehm empfundenes Rauschen. Dadurch wird das störende Tinnitus-Geräusch überlagert. Das Gerät beruhigt Hör- und Nervenbahn des Gehirns und reduziert auf diese Weise die Ohrgeräusche. Denn das menschliche Gehirn verfügt über Filtersysteme, die dabei helfen, Geräusche als unwichtig oder wichtig einzustufen. Der über den Tinnitus-Noiser erzeugte Effekt hilft dem Gehirn also dabei, die lästigen Ohrgeräusche als unwichtig einzustufen. Im Idealfall verschwinden die Ohrgeräusche durch Hörgeräte mit Tinnius-Noiser ganz.

Tinnitus begünstigt Hyperakusis

Die durch den Hörsturz hervorgerufene Hyperakusis macht es vielen Betroffenen schwer, Alltagsgeräusche wie Geschirrklappern, Telefonklingeln oder Umgebungslärm auszuhalten. Diese werden von Betroffenen oft als extrem laut wahrgenommen und als schmerzhaft und quälend empfunden.
Zwar gilt Tinnitus nicht als Auslöser der Hyperakusis, kann diese aber begünstigen. Die chronische Form der Hyperakusis kann durch seelische Konflikte auftreten und tritt oft zeitgleich mit einem Hörsturz auf. Die Geräuschüberempfindlichkeit kann schreckhaftes Zusammenzucken, Schweißausbrüche, Bluthochdruck, Angstreaktionen oder einen Blutdruckabfall nach sich ziehen. Für Betroffene bedeutet das ständigen Stress. Auch deshalb sollte man sich schnell Hilfe beim Hörgeräteakustiker holen.

(red)

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