Augen, Nase und Ohren

Wenn Rheuma ins Auge geht

Die schmerzhafte Erkrankung kann nicht nur Gelenke betreffen. Auch weiches Gewebe, darunter das Auge, kann unter Rheuma leiden. Engmaschige Kontrollen sind dann wichtig.

17.12.2018
Plötzliche Sehstörungen sind immer ein Grund zur Wachsamkeit.  Foto: AdobeStock / mariesache Plötzliche Sehstörungen sind immer ein Grund zur Wachsamkeit. Foto: AdobeStock / mariesache

Die Geburt war gut überstanden, doch ihre Augen waren plötzlich feuerrot. Margit F. erinnert sich noch an dieses Schockmoment, als wäre es gestern gewesen. „Dazu taten meine Augen weh und tränten. Keiner wusste, woran das lag“, so die Mutter aus Kassel. Heute weiß sie, dass sie Augenrheuma hat, eine eher unbekannte, chronische Erkrankungen.
Bei rheumatoider Arthritis (RA) treten besonders häufig Erkrankungen der Augenoberfläche auf. Dazu gehörten das Trockene-Auge- oder Sjögren-Syndrom, eine Leder- oder Hornhautentzündung, erklärt Univ.-Prof. Dr. Talin Barisani-Asenbauer, Fachärztin für Augenheilkunde und Optometrie.

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Erkrankungen erhöhen das Risiko

Bei Rheuma-Erkrankungen wie Morbus Bechterew, Reiter-Syndrom, Vaskulitiden, Kollagenosen oder Morbus Wegener sind neben oberflächlichen auch mehr im Augeninneren befindliche Erkrankungen verbreitet. Dazu gehören Entzündungen der mittleren Augenhaut (Uveitiden). So auch bei Margit F.
Die Diagnose ist nicht immer leicht, denn rheumatisch bedingte Augenerkrankungen können tatsächlich jederzeit auftreten, oft lange beschwerdefrei und vor Ausbruch der Gelenkerkrankung. Dies ist besonders bei Kindern mit Juveniler Idiopathischen Arthritis (JIA) der Fall: Sie entwickeln sehr häufig eine innere Augenentzündung, die von außen nicht erkennbar ist. Allerdings geht nicht jede Augenerkrankung eines Rheumapatienten auf die Grunderkrankung zurück.

Verschiedene Therapieoptionen

In jedem Fall muss die Infektion gezielt behandelt werden, zum Beispiel durch Kortison-Tropfen oder -Injektionen ins Auge oder Tabletten oder Infusionen.
Heikel ist, dass eine Rheumatherapie selbst eine Augenerkrankung auslösen kann. So könnten durch Immunsuppressiva Folgeinfektionen mit beispielsweise Herpesviren reaktiviert werden, erklärt Barisani-Asenbauer.
Kortison wiederum könne den Augendruck anheben und so grauen Star begünstigen. Deshalb seien regelmäßige Kontrollen so wichtig.
Rheumapatienten die plötzlich unter Augenbeschwerden, wie Fremdkörpergefühl, Lichtempfindlichkeit, Schlieren-Sehen, Sehverminderung oder Organgefühl (Spüren des Auges) leiden, sollten sich schnellstmöglich an einen Augenarzt wenden. (red)