Augen, Nase und Ohren

Was Babys im Mutterleib hören

Hören zu können, ist ein kleines Wunder. Und das beginnt schon lange vor der Geburt. Doch nicht alles hören Ungeborene gleich gut.

16.07.2018
Rund 22 Wochen nach der Befruchtung beginnt das Hören.  Foto: Fotolia / Sebastian Kaulitzki Rund 22 Wochen nach der Befruchtung beginnt das Hören. Foto: Fotolia / Sebastian Kaulitzki

Der Prozess des Hörens beginnt bereits im Mutterleib. Das ist bekannt. Schließlich dringen Schallwellen sogar durch Wände aus Beton, umso mehr durch die Bauchdecke. Doch ab wann ist das Hörorgan so weit entwickelt, diese akustischen Signale auch zu verarbeiten?
Etwa 22 Wochen nach der Befruchtung funktioniert das Innenohr, ist die Cochlea, die Hörschnecke, ausgereift. Doch bis das Gehör der Ungeborenen auch tatsächlich Tag und Nacht ein Leben lang auf Empfang stellen kann, muss sich das System erst einmal „installieren“. Forscher haben herausgefunden, dass die Sinneszellen zunächst eine Eigenaktivität entwickeln, sodass die Föten zunächst ihr eigenes Rauschen im Ohr wahrnehmen. Erst dann ist das Ungeborene in der Lage, auf äußere Schallreize zu reagieren, sagte Prof. Dr. Rainer Schönweiler, leitender Päd-Audiologe am Universitätsklinikum Lübeck gegenüber dem Deutschlandfunk Kultur. Danach hört das Kind ganz unmittelbar den Herzschlag der Mutter, ihren Atem und ihre Bauchgeräusche. Stimmen oder Musik von außen dringen dagegen gedämpft durch das Fruchtwasser, die Gebärmutter und die Bauchdecke zum Ohr vor. Nur die Stimme der Mutter wird vergleichsweise deutlich übertragen, was einen evolutionären Nutzen bietet, da diese Wiedererkennung nach der Geburt das Vertrauen und somit die Bindung zu ihr stärkt. Während der Schwangerschaft viel mit dem Kind zu sprechen, ist also sinnvoll.
Auch Musik zu hören soll die musikalische Entwicklung des Kindes später fördern.
Dass Musik von Mozart hier einen besonderen Effekt auf die Intelligenz und Kreativität des Nachwuchses haben soll, ist hingegen nicht bewiesen. Fest stehe aber wohl, dass sie intuitiv verständlich sei, da sie besonders viele musikalische Elemente besitze, so Schönweiler. (red)

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