Augen, Nase und Ohren

Thrombose im Auge?

Die Netzhaut macht das Sehen erst möglich. Doch wenn die ableitenden Blutgefäße verstopfen, werden die Bilder unscharf. Was dann hilft und wie man vorbeugen kann.

17.04.2019
Schleier vor dem Auge, vor allem morgens, können auf einen Verschluss der Augenvene hindeuten.  Foto: AdobeStock / fizkes Schleier vor dem Auge, vor allem morgens, können auf einen Verschluss der Augenvene hindeuten. Foto: AdobeStock / fizkes

Venen transportieren das Blut aus dem Gewebe zum Herzen zurück. Auch im Auge. Bildet sich hier ein kleiner Blutpfropf, kann das Sehen darunter leiden. Der Grund: Vor diesem Thrombus kommt es zu einem Stau. Die betroffenen Gefäße erweitern sich und werden undicht. Ist eine Hälfte der Netzhaut betroffen, spricht man laut Angaben des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands e. V. (BVA) von einem Hemi-Zentralvenenverschluss. Trifft es nur einen Bereich, der von einer kleinen Netzhautvene versorgt wird, spricht man von einem Venenastverschluss.
Ist die Netzhautmitte, insbesondere der Punkt des schärfsten Sehens, die Makula, betroffen, bildet sich dadurch meist eine flüssigkeitsbedingte Schwellung (Ödem). Außerdem unterscheidet man zwischen einem sauerstoffreichen und einem sauerstoffarmen Augenvenenverschluss.
Schleiersehen, vor allem morgens stärker als abends, kann auf einen Verschluss hindeuten. Ohne Behandlung bleibt bei vielen Betroffenen eine verminderte Sehschärfe zurück. Experten empfehlen daher regelmäßige augenärztliche Kontrollen, auch über einen längeren Zeitraum.

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Wirksame Therapien

Eine Möglichkeit der Behandlung ist, Medikamente in den Glaskörper zu verabreichen. Etwa Hemmstoffe gegen den Wachstumsfaktor VEGF, der zu einer überschießenden Bildung neuer Gefäße im Auge führt.
Auch ein in den Glaskörper eingebrachtes Cortisonimplantat kann ein Abschwellen der Netzhautmitte bewirken.
Beim Venenastverschluss, bei der eine deutliche Flüssigkeitsansammlung in der Netzhautmitte für längere Zeit besteht, kann die zarte Laserung das Sehen verbessern.
Bei einer größeren Sauerstoffarmut in der Netzhaut ist es oft ratsam, die mangeldurchbluteten Bereiche mit Ausnahme der Makula mit Laserstrahlen zu veröden.
Nach der Laserbehandlung, die mehrere Sitzungen erfordert, brauchen die behandelten Bereiche nur noch sehr wenig Sauerstoff. Dadurch wird das Missverhältnis aus Sauerstoffbedarf der Netzhaut und zu geringem Sauerstoffangebot ausgeglichen. Die Sehschärfe verbessert sich dadurch nicht, doch kann man auf jeden Fall Schlimmeres verhindern. (red)