Augen, Nase und Ohren

So finden Sie die richtigen Kontaktlinsen

Die Sehhilfen sind in vielen Lebenslagen die optimalen Begleiter. Doch einfach kaufen und einsetzen – das kann ins Auge gehen.

17.12.2017
So nah ans Auge sollte man nur die richtigen Linsen lassen.  Foto: Fotolia / Artem Furman

Wer sich Kontaktlinsen wünscht, steht vor einer Fülle an Möglichkeiten. Und das stetig wachsende Angebot verschiedenster Kontaktlinsentypen macht die Auswahl nicht gerade leichter.
Soll man sich Rat im Internet oder im Bekanntenkreis holen? Besser nicht! Denn Kontaktlinsen sind Medizinprodukte, und jedes Auge ist so einzigartig wie ein Fingerabdruck. Ein leichtfertiger Umgang kann teilweise dramatische Folgen haben. Deshalb sollte man von Beginn an auf eine professionelle Betreuung durch einen erfahrenen Kontaktlinsenspezialisten setzen.

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Moderne Messmethoden

Grundlage jeder Kontaktlinsenanpassung ist das Ausmessen der Augen: Hierzu sollte sowohl eine objektive (ohne aktives Zutun des Prüflings) als auch eine subjektive Stärkenbestimmung (Refraktion) durchgeführt und die Ergebnisse ggf. mit der aktuellen Versorgung (Brille, Kontaktlinse) verglichen werden. Zudem muss das Auge in Bezug auf seine Hornhautgestalt (Radius, Durchmesser, Randabflachung) vermessen werden.
Zeitgemäße Messverfahren erstellen anhand von über 20.000 Datenpunkten eine topografische Karte der Hornhaut und bieten eine Fülle an Darstellungsmöglichkeiten.
Eine ausführliche Spaltlampenuntersuchung ist ebenfalls nötig. Hier werden die äußeren Augenabschnitte (Lider, Tränenapparat, Bindehaut, Hornhaut) bewertet und der Tränenfilm, hinsichtlich Menge, Qualität und Stabilität, analysiert. Dies setzt ganz besonders das Fachwissen und die Erfahrung des Spezialisten voraus, damit Auffälligkeiten entdeckt werden und in die Beratung einfließen können.

Anamnese und Beratung

Erst jetzt ist eine persönlich abgestimmte Kontaktlinsenberatung überhaupt erst möglich. Denn die Ermittlung der persönlichen Kontaktlinse setzt eine fundierte Beratung voraus. Diese wiederum stützt sich auf die o. g. Vorarbeit mittels Datenerhebung, anhand derer ein oder mehrere Linsenkonzepte entwickelt werden können. Dazu gehört die systematische Befragung zu den Augen, zu Sehproblemen und bisherigen optischen Versorgungen. Auch sollten Allergien, Erkrankungen und Medikamente abgefragt werden.
Und schließlich müssen die individuellen Ansprüche an die Linsen und die an das Sehen geklärt werden. Wichtig ist, dass der Fachberater unerfüllbare Wünsche klar kommuniziert und realistische Optionen aufzeigt. Steht das Konzept, kann die individuelle Anpassung erfolgen. (ml)