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Schwerhörigkeit begünstigt Demenz – Hörhilfen können gegensteuern

03.11.2017
Foto: Saskia und Georg Collofong

Saskia Siegler-Koch und
Georg Collofong
Hörgeräteakustikmeister
Hörgeräte Collofong & Koch
Mainz, Saulheim und Oppenheim



Ohne Hören ist Kommunikation kaum möglich. Vor allem schwerhörige Menschen sind oft schon längere Zeit vom Hören entwöhnt. Die Folge: Sie ziehen sich zurück und beteiligen sich nicht mehr an Gesprächen. Das Gehirn hat es somit sehr schwer, Sprache zu verstehen. Ein Forscherteam der US-amerikanischen Columbia-Universität wollte mithilfe von Probanden herausfinden, wie Demenz und Schwerhörigkeit zusammenspielen. Das Ergebnis: Ein Hörverlust beschleunigt tatsächlich den Schwund von grauer Substanz in den auditorischen Gehirnarealen und macht damit das Verstehen von Sprache sehr anstrengend.
Die gute Nachricht: Das Gehirn ist in der Lage, sich Veränderungen anzupassen oder Neues zu erlernen - und das auch im fortgeschrittenen Alter. Das geschieht zwar nicht von heute auf morgen - Hören wieder zu erlernen braucht Zeit -, aber es ist möglich.
Bei einem Hörverlust verkümmern Nervenverbindungen. Hörzellen fallen im Innenohr aus, dadurch vergrößert sich der Hörverlust weiter. Ein Teufelskreis. Denn durch mangelnde akustische Reize verkümmern die Verbindungen im Hörzentrum immer mehr. Die Verarbeitung im Gehirn wird oft eingestellt. Diese Entwöhnung nennt man den „Neuro-Effekt“.
Moderne Hörsysteme verbessern nicht nur die Hörleistung, sondern sie geben Lebensqualität zurück, beugen einem Fortschreiten der Hörminderung vor, geben Sicherheit im Alltag und stabilisieren das Gleichgewichtsorgan.
Immer mehr Menschen mit Hörproblemen entscheiden sich deshalb, selbst einmal ein Hörgerät auszuprobieren. Die moderne Technik ermöglicht ihnen, eine deutliche Hörverbesserung zu erzielen. Doch erst die perfekte Anpassung und Feinjustierung kann ein Maximum an Leistung aus den Hörgeräten erzielen. Ein Hörgerät, nagelneu und direkt vom Werk, bringt weder Sprachverstehen noch Hörgenuss. Erst durch die Programmierung eines Experten wird es zum Leben erweckt: Gute Mitarbeiter sollten regelmäßig zu Fort- und Weiterbildungen. Denn umfangreiches Wissen und sehr viel Erfahrung bilden das
Fundament für eine erfolgreiche Hörgeräteanpassung. Zur Grundausstattung gehören aber auch viel Geduld, große Leidenschaft für den Beruf und die Freude am Umgang mit den Menschen.
Schließlich ist keine Schwerhörigkeit so wie die andere. Dazu kommen noch die unterschiedlichsten Wünsche und Ansprüche an ein Hörsystem. Der Eine ist zufrieden, wenn er wieder gut dem Fernsehprogramm folgen kann, der Andere will Gespräche im Restaurant wieder gut verstehen. Der Dritte möchte im Theater wieder alles mitbekommen.
Die große Anzahl an maßgeschneiderten Lösungen mit Hörgeräten von verschiedenen Herstellern, hilft, akustische Bedürfnisse ebenso zu berücksichtigen wie optische Ansprüche und finanzielle Möglichkeiten.