Augen, Nase und Ohren

Ohrform hilft beim Hören

Auch das Gehirn hört mit - aus purer Gewohnheit. Denn verändert man die Form des Äußeren Ohrs, versteht man plötzlich nicht mehr alles.

30.07.2018
 Foto: Fotolia / Syda Productions Foto: Fotolia / Syda Productions

Ohren sehen so unterschiedlich aus wie die Gesichter der Menschen, denen sie gehören. Was man bisher nicht wusste: Ihre Form entscheidet auch darüber, was wir hören. Wissenschaftler der Universitäten Leipzig und Montreal haben in einer aktuellen Studie herausgefunden, dass die Form der Hörorgane und ihrer Wulste beeinflusst, wie die aus allen Richtungen eintreffenden Schallwellen im Innenohr reflektiert werden. Aus diesen individuellen Reflektionsmustern ermittelt unser Gehirn dann, ob ein Ton von oben oder unten kommt. „Töne aus verschiedenen Richtungen treffen unterschiedlich auf die äußeren Bereiche unserer Ohren. Die Ohrmuschel reflektiert durch ihre unregelmäßige Form den Schall in den Gehörgang. Dadurch entsteht ein kurzes Echo, das die Klangfarbe ändert“, erklärt Marc Schönwiesner, Professor am Institut für Biologie der Universität Leipzig. „Unser Gehirn kann diese kleinen Unterschiede lernen und mit verschiedenen Richtungen assoziieren.“
Die Klangfarbe ist dabei die Eigenschaft eines Tons, die sich aus der Lautstärke der einzelnen im Ton enthaltenen Frequenzen bestimmt. Sie ist der Grund, warum ein und dieselbe Note, etwa ein hohes C, von einer Geige anders klingt als von einer Blockflöte. Verändert man die Ohrform, muss sich das Gehirn erst an die Veränderung anpassen. Die Hörleistung ist dann vorübergehend schlechter. (red)

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