Augen, Nase und Ohren

Neue Amblyopie-Therapie verbessert kindliche Sehschwäche

Die Augenerkrankung sollte man früh erkennen und behandeln, sonst drohen bleibende Schäden. Kinder werden sich freuen, dass dabei ein neues Computerspiel helfen kann.

21.02.2018
Eine Therapie ist auch im Schulalter noch möglich.   Foto: Fotolia / BillionPhotos.com

Mehr als fünf Prozent aller Kinder in Deutschland leiden unter Amblyopie, eine häufige Form der Sehstörung. Wird sie zu spät erkannt, droht Betroffenen später eine schwere Sehbehinderung, die sie beruflich wie gesellschaftlich beeinträchtigen kann.
Bei der Standard-Therapie gegen Schwachsichtigkeit bekommt der Patient eine Brille gegen die Fehlsichtigkeit. Anschließend wird bei der sogenannten Okklusionsmethode das sehstarke Auge mit einem Augenpflaster abgedeckt, um die Sehstärke des schwachen Auges zu trainieren.
Ende Oktober präsentierten Forscher auf dem Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft 2017 eine neue Methode, von der auch Jugendliche und junge Erwachsene profitieren könnten. Im Rahmen eines EU-Projekts ist ihnen gelungen, mithilfe neurowissenschaftlicher Untersuchungen Computerspiele zu entwickeln, die das schwachsichtige Auge und auch die beidäugige Zusammenarbeit stimulieren.
Lange galt das Einschulungsalter von sechs bis sieben Jahren als Grenze der Therapierbarkeit für Kinder mit Amblyopie. „Der Grund ist die Reifung des Sehsystems. Je ausgereifter die Gehirnteile sind, die Sehreize verarbeiten, desto geringer ist der Therapieerfolg“, erklärt Priv.-Doz. Dr. med. Maria Fronius, Leiterin der Forschungsgruppe „Sehstörungen des Kindesalters“ am Universitätsklinikum Frankfurt am Main. „Neurowissenschaftliche Erkenntnisse zeigen uns jedoch, dass eine erfolgreiche Amblyopie-Therapie auch im Schulalter noch möglich ist.“ (red)

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