Augen, Nase und Ohren

Nachtblindheit – was steckt dahinter?

Mit den Lebensjahren nimmt die Blendempfindlichkeit zu und die Fähigkeit, im Dunkeln Konturen zu sehen, ab. Beim Autofahren kann das gefährlich werden!

13.05.2018
Wer nachts schlecht sieht, sollte kein Auto lenken.   Foto: Fotolia / chalabala

Nicht wenige gute Autofahrer fühlen sich bei Anbruch der Dunkelheit plötzlich nicht mehr so sicher. Für diejenigen, die stattdessen die Nachtfahrten übernehmen müssen, hört sich das wie eine Ausrede an. Doch Nachtblindheit gibt es tatsächlich. Zwar ist die angeborene Form mit rund 0,04 Prozent der Bevölkerung hierzulande sehr selten, doch es gibt noch eine erworbene Variante, die weitaus häufiger vorkommt.
Bei der erworbenen Nachtblindheit kommen gleich mehrere Ursachen infrage. Darunter ein Grauer und ein Grüner Star, eine Nachtkurzsichtigkeit, eine Schädigung der Netzhaut durch Diabetes oder eine altersbedingte „Miosis“, bei der sich die Pupillen nicht mehr weiten können und entsprechend weniger Licht auf die Netzhaut trifft.
Wer merkt, dass er nachts immer unsicherer wird, sollte unbedingt einen Augenarzt aufsuchen. Dieser prüft Sehschärfe, Blendempfindlichkeit und Anpassungsfähigkeit der Augen und untersucht die Netzhaut und das Gesichtsfeld.
Das Problem: Sind die Zapfen an den Rändern der Netzhaut, die das Sehen in der Dämmerung ermöglichen, einmal geschädigt, lässt sich das Rad nicht mehr zurückdrehen. Eine Nachtblindheit lässt sich daher weder heilen noch mit einer Brille korrigieren.
Die meisten Menschen erkranken zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr daran. Wer betroffen ist, darf nachts kein Auto lenken! Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) rät deshalb dazu, alle Früherkennungsuntersuchungen wahrzunehmen und ab dem 40. Lebensjahr zu einem Augenarzt-Check für Verkehrsteilnehmer zu gehen. (red)

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