Augen, Nase und Ohren

Musik trainiert das Gehör

Um davon zu profitieren, muss man kein Berufsmusiker sein. Schon regelmäßiges Singen im Chor verbessert das Sprachverstehen im Alter, wie Forscher jetzt herausgefunden haben.

03.07.2017
Beim Singen arbeitet das Gehirn auf Hochtouren.   Foto: Fotolia_Gerhard Seybert

Singen im Chor und musizieren macht nicht nur Spaß, es macht auch zufriedener und kann sogar Depressionen vorbeugen. Der Grund: Das Gehirn wird dadurch leistungsfähiger und kann nicht zuletzt auf diese Weise das Hören im Alter verbessern. Wie die Stiftung „Hear the World“ auf ihrer Internetseite berichtet, haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Musik – insbesondere das aktive Musizieren und Singen – das Nervensystem enorm stimuliert und dafür sorgt, dass sich Nervenzellen neu verschalten. Dadurch würden sich verschiedene Gehirnareale besser vernetzen können. Aus diesem Grund können sich Musiker beispielsweise besser konzentrieren, leichter Fremdsprachen lernen und haben ein besseres Wortgedächtnis. Außerdem sind sie im Alter weniger auf Hörgeräte angewiesen und haben weniger Probleme, Sprache in lauter Umgebung zu verstehen.
Ein Forschungsprojekt der Ryerson University mit Menschen über 50 Jahren mit einem milden Hörverlust belegt zudem, dass Singen im Chor die Hörleistung tatsächlich verbessern kann. Und zwar nicht nur für langjährig praktizierende Musiker. Schon ein zehnwöchiges Musikprogramm mit regelmäßigen Chorproben und zusätzlichen Online Trainings würde die Gehirnleistung derart verbessern, dass sich das Sprachverstehen deutlich verbessern würde, wie in einer Untersuchung der Unterscheidung unterschiedlicher Tonhöhen, der Aufmerksamkeit sowie der neuronalen Reizverarbeitung festgestellt wurde.
Da Chorbesuche allerdings noch nicht vom Arzt verschrieben werden, könnte es nicht schaden, sich in seiner Freizeit ein entsprechendes Hobby zuzulegen.
(red)

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