Augen, Nase und Ohren

Hörverstärker sind keine Dauerlösung

Sie sind winzig klein und können doch große Töne spucken. Trotzdem sind den Hörhilfen auch Grenzen gesetzt.

25.10.2017
 Foto: Fotolia_Javier Brosch

Sie sehen aus wie ein Hörgerät, sind in Wirklichkeit aber sehr viel weniger. Die Aufgabe von Hörverstärkern ist es, für eine begrenzte Zeit, den Schall zu verstärken und so eine Schwerhörigkeit auszugleichen, etwa bei einem Konzert oder während eines Kinobesuchs. Diese Hörhilfe ist vor allem eine Lösung für Menschen, bei denen die Hörschwäche noch nicht für die Verordnung eines Hörgerätes ausreicht.
Doch wie funktioniert dieser Verstärker in der Größe einer Streichholzschachtel? Die akustischen Signale gelangen über ein Mikrofon ins Ohr. Je nach Modell sind Hörverstärker mit ein oder mehreren Mikrofonen ausgestattet, erklärt test.de. Durch ein Richtmikrofon ist es möglich, Geräusche zu orten und das Gehör zu unterstützen.
Doch die Geräte hießen nicht „Verstärker“, wenn sie nicht auch über einen Lautsprecher und einen Verstärker verfügen würden. Die ganze Technik ist in einem eigenen Gehäuse außen hinter dem Ohr untergebracht, die per Kopfhörer mit dem Ohr verbunden ist.
Ihr Nachteil: Sie können weder auf die individuellen Voraussetzungen ihrer Träger eingehen, noch Feinabstimmungen zu den jeweiligen Hörschäden ausgleichen. So können sie etwa nicht zwischen erwünschten und unerwünschten akustischen Signalen unterscheiden, sondern verstärken auch Geräusche, die man lieber ausblenden möchte, wie Hintergrundgemurmel oder Musik, Knallerei und Windrauschen. Das schränkt den Hörkomfort deutlich ein und kann sogar eine Schwerhörigkeit verstärken.
Hörgeräte ersetzen, können und sollten Hörverstärker also nicht. Hält eine Hörschwäche länger an, sollte man einen Arzt aufsuchen, da aus einer Hörschwäche schnell eine Schwerhörigkeit werden kann. (red)

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