Augen, Nase und Ohren

Hörgeräte richtig eingewöhnen

Noch nie waren die winzigen Hightech-Helfer so leistungsstark wie jetzt. Doch neben der Wahl des richtigen Geräts, sollte man sich genug Zeit lassen, sich daran zu gewöhnen.

29.05.2018
Die Gewöhnung an ein Hörgerät erfordert Geduld.   Foto: AdobeStock / Peter Maszlen

Wenn der Hörsinn nachlässt, sollte man das Problem nicht ignorieren. Denn wenn keine akute Erkrankung dahintersteckt, wird das Gehör meist nicht mehr besser. Im Gegenteil. Je länger man weniger hört, desto eher verlernt man das Hören regelrecht. Wer feststellt, dass er schlechter als bislang hört, vor allem auch Verständnisschwierigkeiten bei Gesprächen mit Mitmenschen hat, sollte die Ursache hierfür von einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt abklären lassen. Er ist es auch, der im Bedarfsfall ein Hörgerät verschreibt.

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Gute Beratung wichtig

Die Versorgung mit einem passenden Hörsystem kann helfen, das Problem schnell zu lösen. Dieses sichert auch die soziale Teilhabe im Familien- und Freundeskreis und mitunter sogar den Job. Außerdem gibt es seit Ende 2013 von den Krankenkassen einen höheren Zuschuss. Dieser kann sogar noch aufgestockt werden, falls ein teureres Gerät medizinisch notwendig ist. Seitdem stieg die Zahl der Hörgerätekäufer laut aktueller Daten der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) bis Ende 2016 um über 33 Prozent an. „Bei der Beratung sind Hörakustiker verpflichtet, mindestens ein eigenanteilsfreies Hörgerät anzubieten, mit dem je nach Hörverlust das maximale Sprachverstehen erreicht werden kann“, empfiehlt Carsten Kuhn von der KKH. Falls nicht, sollten sich Patienten gezielt nach einem Modell erkundigen, das eigenanteilsfrei ist.

Testen und Anpassen

Doch mit dem Kauf allein ist es nicht getan. Mitunter sind einige Wochen der Erprobung notwendig, bis man das geeignete Hörgerät gefunden hat und die Geräte der Wahl optimal programmiert sind. „Jeder sollte sich dafür ausreichend Zeit nehmen“, rät Carsten Kuhn. „Schließlich sollen schwerhörige Patienten etliche Jahre mit der Hörhilfe gut im Alltag zurechtkommen.“
Egal, ob sich Versicherte für ein Hörgerät ohne Eigenanteil oder ein Hightech-Gerät mit Eigenanteil entscheiden – die Kosten für die Programmierung und Anpassung des Hörgeräts sowie die Nachbetreuung und eventuelle Reparaturen werden ebenfalls von den Krankenkassen übernommen (siehe auch Kurzbeitrag S. 25 unten). (red)