Augen, Nase und Ohren

Hörgeräte fit für den Sommerurlaub?

Hörgeräte haben niemals Ferien. Deshalb muss man sie besonders pfleglich behandeln und vor Sonne, Sand und Wasser schützen. Die mögen die empfindlichen Bauteile nämlich gar nicht.

16.07.2017
Besonders am Strand sollte man Hörhilfen sicher verschließen.  Foto: Fotolia_Syda Productions Besonders am Strand sollte man Hörhilfen sicher verschließen. Foto: Fotolia_Syda Productions

Starke Hitze und direktes Sonnenlicht mögen Hörgeräte nicht. Vor allem das Auto ist im Sommer kein geeigneter Aufbewahrungsort: Die Temperaturen im Innenraum können hier – ohne Klimaanlage – schon mal 50 Grad Celsius erreichen. Vor Antritt der Urlaubsreise sollte man deshalb zum Hörgeräteakustiker gehen. Er prüft alle Funktionen und weiß auch Rat in Sachen Aufbewahrung und Pflege.

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Schallschläuche und Batterien

Zum Beispiel sollten die Schallschläuche der Hinter-dem-Ohr-Geräte (HdO) regelmäßig gereinigt werden. Sie bestehen aus Kunststoff, der im Laufe von Monaten zunehmend aushärtet. Dieser Prozess beschleunigt sich noch unter Einwirkung von Hitze. Dadurch verliert der Schlauch seine Elastizität und lässt sich nicht mehr problemlos vom Hörgerät abnehmen bzw. wieder aufstecken. Der Akustiker kann die Schläuche austauschen.
Dabei kann er auch gleich die Batterien überprüfen. Moderne Hörsystem werden meist mit Zink-Luft-Batterien betrieben und sind besonders langlebig, spannungsstabil und umweltfreundlich. Trotzdem sollte man zur Sicherheit ein paar frische Batterien einpacken. Denn im Notfall läuft man sonst Gefahr, in fernen Landen genau diesen Batterietyp nicht zu finden.

Vorsicht vor Nässe und Sand

Wer viel schwitzt, sollte sein Hörgerät regelmäßig trocknen. Sollte es dennoch mal nass werden, kann man sich im Fachgeschäft leicht zu bedienende Trocknungssysteme besorgen. Idealerweise legt man die Hörgeräte über Nacht in eine Substanz, die die Feuchtigkeit bindet oder lässt sie durch Beheizung trocknen. Allerdings keinesfalls mit dem Föhn oder anderen Elektrogeräten! Im Wasser sind Hörgeräte ohnehin tabu. Sollte es einmal ins Meer fallen oder mit Sand in Berührung kommen, muss man das Gerät umgehend reinigen. Sand wird durch Pusten oder einem speziellen Blasebalg entfernt. Anschließend mit einem weichen, trockenen Tuch reinigen. Keinesfalls sollte man Alkohol, Putz- oder Lösungsmittel verwenden. Spezielle Reinigungssets gibt es ebenfalls beim Hörgeräteakustiker.

Schutz vor Sonnencreme

Die Elektronik schützt man am besten, wenn man nachts die Batterien herausnimmt. Denn Schwitz und Kondenswasser oder hohe Luftfeuchtigkeit können ihr schaden. Dabei auch das Batteriefach offenlassen. Vorsicht ist auch bei Kontakt mit Sonnencremes angebracht. Denn diese können den Mikrofoneingang oder den Lautstärkeregler verkleben. Der sicherste Aufbewahrungsort für ein Hörgerät ist jedoch ein Trockenset oder ein Trockenbeutel. Für Reisen gibt es spezielle Hörgeräte-Etuis. (red)