Augen, Nase und Ohren

Gute Sicht trotz Hornhautkrümmung

Mit einer Korrektur von Kurz- oder Weitsichtigkeit ist es oft nicht getan. Manchmal steckt auch eine Stabsichtigkeit dahinter.

10.10.2017
Verschwommenes Sehen ist gefährlich.  Foto: Fotolia_Pink Badger

Nach Angaben des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands e. V. sind rund 60 Prozent der erwachsenen Bundesbürger (ab 16 Jahren) kurz- oder weitsichtig. Aber auch Menschen mit einer Hornhautverkrümmung sehen unscharf. Die Hornhaut ist bei ihnen nicht gleichmäßig gewölbt, sondern eingedellt. Dadurch kann das Licht nicht gleichmäßig gebrochen werden und nicht als scharf umrissener Punkt auf der Netzhaut eintreffen. Stattdessen wird der Lichtstrahl stabförmig auf der Netzhaut abgebildet. Die Folge: unscharfes Sehen, ein Schatten, der in eine bestimmte Richtung (horizontal oder vertikal) zeigt, verzogene Kanten oder das Sehen von Strichen statt Punkten. Deshalb spricht man auch von „Stabsichtigkeit“ (med. „Astigmatismus“).

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Ursache und Diagnose

Ein Astigmatismus ist entweder angeboren oder entwickelt sich erst mit der Zeit. Eine Abweichung von der Norm von bis zu 0,5 Dioptrien gilt noch als normal. Je stärker die Krümmung der Hornhaut, desto stärker die Abweichung von der optimalen Brechkraft. Rund 15 Prozent der Menschen haben größere Abweichungen von 2 Dioptrien aufwärts.
Um die exakten Werte zu ermitteln, bestimmt der Augenarzt die Winkel („Einfallsebenen“ oder „Achse“), in denen die Brechkraft der Linse am größten und am geringsten ist. Die Differenz ergibt den Grad der Hornhautkrümmung.

Brille, Kontaktlinsen oder Laser

Eine Hornhautverkrümmung kann man mit einer Brille oder Kontaktlinsen korrigieren.
Dauerhaft lässt sich ein Astigmatismus durch refraktive, chirurgische Augenlaserverfahren oder durch linsenchirurgische Verfahren korrigieren. Welche Methode geeignet ist, hängt von der Stärke der Hornhautverkrümmung ab, aber auch davon, welche zusätzliche Fehlsichtigkeit gegeben ist. Ob eine LASIK oder Femto-LASIK möglich ist, stellt der Arzt bei einer gründlichen Voruntersuchung fest. In manchen Fällen ist eine Linsen-OP besser geeignet. Hierfür stehen heute innovative Kunstlinsen zur Verfügung, die eine Hornhautverkrümmung auch in Kombination mit einer Kurz- oder Weitsichtigkeit oder sogar mit einer Alterssichtigkeit korrigieren können. Eine Brille wäre dann nicht mehr nötig. Nachfragen lohnt sich also! (red)