Augen, Nase und Ohren

Einfacher Schieltest mit Video-Brille

Für Kinder waren bisherige Messverfahren schwierig anzuwenden. Die neue Methode löst die bisherigen Probleme.

09.04.2018
Vor allem Kinder profitieren von dem neuen Messverfahren.   Foto: Fotolia / Ulianna19970

Schielen (Strabismus) ist ein häufiges Sehproblem, rund fünf Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen. Dabei verhindert ein Ungleichgewicht der Augenmuskeln die koordinierte Ausrichtung der Blickrichtung. Das führt zu einer Fehlstellung der beiden Augen, oft verbunden mit Doppelbildern. Die möglichst genaue Messung der Blickabweichung (Schielwinkel) ist wichtig für die optimale Korrektur des Schielens z. B. mittels Prismen-Brille oder durch eine Operation an den Augenmuskeln.
Zum Messen der Schielwinkel stehen verschiedene etablierte Tests zur Verfügung, bekannt sind der Hess-Schirm und die Harms-Wand. Ihre Schwäche ist die schwierige Anwendung bei Kindern und bei Patienten mit angeborenem Schielen. Auch sind die objektive Vergleichbarkeit der Resultate und die Wiederholbarkeit der Messung unter identischen Bedingungen zum Teil schwierig.
Ein Forscherteam des UniversitätsSpitals Zürich und der Universität Sydney, Australien, hat nun eine neue, binokulare Strabismus-Video-Brille entwickelt, mit der sich die Schielwinkel in verschiedenen Blickrichtungen einfach und schnell messen lassen. Dabei kommen eine in die Brille eingebaute Laser-Ziel-Projektion und zwei Flüssigkristalldisplays zur Anwendung, mit denen die Augen automatisch wechselseitig abgedeckt werden können.
Die mit der Brille gemessenen Schielwinkel stimmten gut mit den Resultaten des Hess-Schirms, dem etablierten Standardtest, überein. Die neue Strabismus-Video-Brille erwies sich in der Praxis zudem als einfaches, schnelles und genaues Instrument zum Erfassen der Schielwinkel. Dies ist insbesondere für Patienten mit angeborenem Schielen wichtig, die mit dem üblichen Hess-Schirm nicht getestet werden können, sowie für die Messungen bei Kindern. (red)

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