Augen, Nase und Ohren

Bei Grippe besser Brille tragen

Bei einer Erkältung sind oft auch die Augen betroffen. Die Viren können dann die Kontaktlinsen infizieren. Deshalb sollte man im Krankheitsfall lieber auf die klassische Sehhilfe umsteigen.

21.11.2017
Auch im Herbst und Winter den Durchblick behalten.   Foto: Adobe Stock / drubig-photo

Eine Grippe kann auch ins Auge gehen. Deshalb sollten Kontaktlinsenträger bei einer Erkältung oder Grippe einige Zeit lang wieder auf die Brille umsteigen, rät Dr. Marko Ostendorf, Arzt beim Infocenter der R+V Versicherung in Wiesbaden. Denn die Viren sitzen oft auch in der Tränenflüssigkeit und infizieren so die Linsen. „Gerade auf weichen Haftschalen finden Erreger einen idealen Nährboden, Augeninfektionen sind die Folge“, so der Mediziner. Selbst bei ordentlicher Reinigung können immer noch Viren auf den Linsen verbleiben, die dann immer wieder über das Auge zurück in den Körper wandern. Sie können aber auch direkt im Auge Infektionen hervorrufen, etwa eine Bindehautentzündung oder – in seltenen Fällen – eine Hornhautentzündung. Hinzu kommt, dass Fieber und auch Schnupfen- oder Schmerzmittel und Antibiotika die Tränenproduktion drosseln. Dadurch können die Kontaktlinsen auf der Hornhaut scheuern. Die Folge: gereizte Augen und verstärkte Infektionsgefahr, da über die Schleifspuren auf der Hornhaut Krankheitserreger in die Augen eindringen. Andererseits leiden viele Menschen bei Erkältung unter tränenden Augen. Nehmen diese dann Medikamente für mehr Tränensekretion, kann das zu einem unstabilen Sitz der Kontaktlinse und zu Sehschärfeverlust führen.
„Spätestens bei den ersten Anzeichen einer Entzündung – etwa rote, verklebte oder juckende Augen – sollten Patienten sofort handeln: Kontaktlinsen herausnehmen und zum Augenarzt gehen.“ Danach gilt: Die Linsen erst nach intensiver Reinigung (ggf. beim Optiker) wieder benutzen. Bei Wochen- oder Monatslinsen sollte man nach überstandener Krankheit ein frisches Paar Linsen verwenden. (red)

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