Augen, Nase und Ohren

Augen vor Sportunfällen schützen

Regelmäßige Bewegung ist gesund. Doch so mancher Sport kann tatsächlich ins Auge gehen. Wie man sich schützen kann und wann man es tun sollte.

25.07.2018
Tennisbälle erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h.  Foto: Fotolia / Mirko Popadic Tennisbälle erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h. Foto: Fotolia / Mirko Popadic

Experten schätzen, dass sich 90 Prozent der Augenverletzungen im Sport vermeiden ließen, wenn man seine Augen schützen würde, etwa durch eine spezielle Sportbrille oder durch Beachtung grundlegender Regeln. Dr. Dieter Schnell, Leiter des Ressorts Sportophthalmologie beim Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) erläutert, bei welchen Sportarten der Augenschutz besonders wichtig ist: „Etwa 70 Prozent der Augenverletzungen entstehen in Sportarten, bei denen ein Gegenstand wie ein Ball oder ein Puck bewegt wird.“

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Gefahr Geschwindigkeit

Vor allem das Tempo, mit dem diese unterwegs sind, und die Distanz, aus der heraus das Auge getroffen wird, sind ausschlaggebend für den Schaden. Golfbälle zum Beispiel erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h, Squash- und Tennisbälle über 250 km/h, Federbälle immer noch über 200 km/h. Squash und Badminton, aber auch Eishockey gehören also zu den Sportarten, bei denen Schutzbrillen oder Gesichtsvollmasken dringend empfohlen werden. Aber auch wenn ein (größerer) Hand-, Fuß- oder Basketball das Auge trifft, kann es zu schweren Verletzungen kommen. Deshalb empfehlen Augenärzte grundsätzlich, insbesondere aber beim Schulsport, das Tragen fachkundig angepasster zertifizierter Sportbrillen.

Steigender Augendruck

Aber auch Übungen, bei denen sich der Kopf unterhalb des Körpers befindet – wie bei Handstand, Kopfstand und Kerze –oder beim Bungee Jumping sorgen dafür, dass das Blut in den Kopf steigt und damit auch der Druck im Auge. Wer bereits vorgeschädigte Blutgefäße hat – etwa bei Diabetes, Arteriosklerose oder Bluthochdruck – riskiert dann Blutungen im Auge. Das Gleiche gilt für Höhensportarten über 3000 bis 4000 Metern.
Sportarten, die mit stärkeren Erschütterungen des Kopfes einhergehen, kann für stark kurzsichtige Menschen oder Patienten mit Gefäßerkrankungen die Netzhaut gefährlich werden. „Schon beim Joggen auf hartem Untergrund (Straße etc.) kann sich der Glaskörper nach Untersuchungen (...) zu gefährlichen Schwingungsfrequenzen aufschaukeln“, warnt Dr. Schnell. Bei einer ungünstigen Veranlagung kann das im Extremfall zu Netzhautschäden führen.
Dosierter Ausdauersport, wie Walking, Joggen oder Radfahren, kann sich aber auch bei Augenkrankheiten positiv auswirken. Übertriebene Risiken sollte jedoch keiner eingehen. Regelmäßige Augen-Check-ups, die auch die Netzhaut einbeziehen, sind eine Möglichkeit, bei Risikopatienten Schäden früh zu erkennen und zu behandeln.(red)

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