Augen, Nase und Ohren

AMD - ein Problem, das bleibt

Betroffene mit Altersabhängiger Makuladegeneration müssen bei der Therapie am Ball bleiben und regelmäßige Kontrollen wahrnehmen. Nur so können sie ihr Augenlicht retten.

02.05.2019
Die feuchte AMD ist besonders gefährlich.  Foto: Fotolia / YakobchukOlena Die feuchte AMD ist besonders gefährlich. Foto: Fotolia / YakobchukOlena

Sie ist die häufigste Augenerkrankung, die das Sehvermögen bedroht – die Altersabhängige Makuladegeneration (AMD). Im Gegensatz zur langsam fortschreitenden, trockenen Form der AMD droht bei der feuchten Form ein schnellerer und aggressiverer Verlauf. Die Schäden, die dabei auf der Netzhaut entstehen, sind ir-
reparabel.
Ziel der Therapie ist es deshalb, den drohenden Sehverlust wenigstens aufzuhalten. Damit gehen für die Betroffenen viele Behandlungen einher, oft über Jahre hinweg, sowie engmaschige Kontrollen. Denn die AMD sei nun mal eine chronische Krankheit, erläutert Netzhautspezialist Prof. Dr. Hans Hoerauf vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands.

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Aufsättigung erst der Anfang

Zu Beginn der Behandlung bekommen die Betroffenen in monatlichen Abständen dreimal Medikamente ins Auge. Dabei handelt es sich aber lediglich um eine Aufsättigungsphase, nach der auch die Wirksamkeit des verabreichten Medikaments beurteilt wird. „Viele Patienten verwechseln dies und denken fälschlicherweise, dass nach den drei Medikamenteneingaben die Therapie beendet ist“, so Hoerauf. „Dies trifft leider nur für einen kleinen Teil der Patienten zu.“
Um Enttäuschungen zu vermeiden, sollten sich die Patienten bewusst sein, dass die AMD eine chronische Krankheit ist. Um das Sehvermögen zu erhalten, sind daher vielfach weitere Behandlungsserien notwendig.

Schnittbilder der Netzhaut

Für die Beurteilung, wie oft eine Behandlung notwendig ist, untersuchen Augenärzte AMD-Patienten mit einer Sehschärfenbestimmung, einer Netzhautspiegelung und einer optischen Kohärenztomografie (OCT). Die OCT, ein berührungsloses Verfahren, liefert detaillierte, hochaufgelöste Schnittbilder der Netzhaut, auf denen zu sehen ist, ob noch Zeichen eines hereinwachsenden Gefäßes und Flüssigkeitsansammlungen vorhanden sind. Auf dieser Basis können Augenärzte die Krankheitsaktivität beurteilen.
Mit Medikamenten, die direkt ins Augeninnere gegeben werden, gelingt es bei vielen Patienten, die feuchte AMD unter Kontrolle zu bringen: Die Medikamente hemmen den Botenstoff VEGF (vascular endothelial growth factor), der für das Wachstum der krankhaften Blutgefäße im Bereich der Netzhautmitte verantwortlich ist. Die Flüssigkeitsansammlungen werden abgebaut, die Netzhautdicke normalisiert sich wieder und die schädlichen Gefäße können keine Sehzellen mehr zerstören. (red)