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Der Wiesbadener Palliativpass

02.10.2018
Foto: Dr. med. Thomas Nolte

Dr. med. Thomas Nolte
Palliativarzt und Schmerztherapeut
Zentrum für ambulante Palliativversorgung ZAPV GmbH



Der Wiesbadener Palliativpass wurde auf Initiative des HospizPalliativNetzes mit Unterstützung der Stadt 2014 in Wiesbaden eingeführt. Ziel dieses Passes ist es, eine Krankenhauseinweisung in einer medizinischen Notallsituation bei einem schwerstkranken Menschen zu vermeiden, wenn dieser eine Maximalversorgung ablehnt. Damit ist der Wiesbadener Palliativpass eine verkürzte Patientenverfügung, die dem Rettungsdienst und dem Notarzt wichtige Informationen gibt.
Dieser Notfallausweis ist nur für Menschen gedacht, die lebenssatt oder chronisch schwer krank sind und nicht mehr von einer Wiederbelebung und einer Krankenhausbehandlung profitieren (wollen). Häufig hat derjenige auch einen Vorsorgebevollmächtigter bzw. Betreuer, da er selbst nicht mehr alleine über seine Versorgung entscheiden kann. Zumeist sind die schwer Erkrankten schon mehrfach wegen Komplikationen, wie Wassereinlagerungen, Atemnot, Lungenentzündung oder Schmerzen, notfallmäßig im Krankenhaus gewesen.
Wichtig ist, dass ein intensives palliativärztliches Beratungsgespräch mit dem Betroffenen und dessen Vorsorgebevollmächtigten stattfindet, bevor der Palliativpass ausgestellt wird. Dabei kann der Arzt über dessen Vorteile und mögliche Konsequenzen aufklären. Außerdem ist hier die Mitwirkung des Hausarztes als Arzt des Vertrauens unverzichtbar, da dieser mit seiner Unterschrift unter den Pass seine Zustimmung erteilen muss.