Alternative Heilmethoden

Mit Akupressur gegen Regelschmerzen

Die Tage vor den „Tagen“ sind für viele Mädchen und Frauen schmerzhaft. Eine aktuelle Studie zeigt, dass eine App mit Anleitung zur Selbstakupressur das Leid lindern kann.

18.07.2018
Mit der richtigen Anleitung die Akupressur selbst anwenden.  Foto: Adobe Stock / Robert Przybysz Mit der richtigen Anleitung die Akupressur selbst anwenden. Foto: Adobe Stock / Robert Przybysz

Rund 50 bis 90 Prozent aller jungen Frauen haben während der Periode Schmerzen, die sich vor allem in intensiven Krämpfen im Unterbauch äußern. Weitere Symptome können Kopf- und Rückenschmerzen sowie Übelkeit oder Durchfall sein. Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben in einer aktuellen Studie untersucht, ob sich Regelschmerzen mit Akupressur im Vergleich zu Schmerztabletten oder hormonellen Kontrazeptiva nachhaltig reduzieren lassen und ob eine Selbsthilfe per Smartphone-App für junge Frauen dabei hilfreich und attraktiv ist.
Akupressur ist ein Verfahren aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), das im Vergleich zur Akupunktur die Möglichkeit bietet, es selbst zu Hause durchzuführen. Dabei werden die entsprechenden Punkte am Körper nicht genadelt, sondern gedrückt beziehungsweise massiert.

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App für die Selbsthilfe

Untersucht wurden 221 Frauen zwischen 18 und 34 Jahren mit starken Regelschmerzen. Sie wurden per Zufallsprinzip zwei Studiengruppen zugeteilt: Beide Gruppen erhielten eine Studien-App inklusive einer kurzen Einweisung, doch nur die Interventionsgruppe bekam eine App-Version (Luna), die die Selbstakupressur kurz vor und während der Menstruation anleitete. Vorteil einer App ist insbesondere die bildhafte Darstellung, die genau zeigt, welchen Punkt die Probandinnen für den gewünschten Heilungseffekt drücken müssen, und regelmäßige Erinnerungen. Darüber hinaus wurden die gesamten Studiendaten über die App erhoben.
„Ursprünglich wollten wir nur eine Studie zu Selbsthilfeverfahren bei Regelschmerzen durchführen. Wir hatten aber betroffene Frauen schon bei der Planung mit einbezogen, und diese haben sich eine App gewünscht“, berichtet Studienleiterin Prof. Dr. Claudia Witt vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie in Berlin. Die App habe den Probandinnen geholfen, eine einfache Selbstakupressur von drei Akupunkturpunkten durchzuführen.

Schmerzen halbieren

Das Ergebnis der Studie: Nach drei Monaten in der Akupressurgruppe erreichten 37 Prozent der Teilnehmerinnen eine 50-prozentige Schmerzreduktion. Nach sechs Monaten waren es mit 58 Prozent sogar mehr als die Hälfte. In der Kontrollgruppe waren es zu beiden Zeitpunkten rund 25 Prozent der Teilnehmerinnen. Zudem musste die Akupressurgruppe weniger Schmerzmedikamente einnehmen und berichtete insgesamt über eine geringere Schmerzintensität als die Kontrollgruppe.
„Wir waren erstaunt, dass nach sechs Monaten noch zwei Drittel der Teilnehmerinnen die Selbstakupressur weiterhin durchführten“, so Dr. Daniel Pach, ebenfalls vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie. „Wir konnten zeigen, dass sich auch eine App gut in einer klinischen Studie untersuchen lässt. (red)

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