Allgemeine Medizin

Übergewicht: Wann zum Magen-Bypass?

Wer fettleibig ist, hat es besonders schwer mit dem Abnehmen. Manchmal hilft nur noch eine Verkleinerung des Magens.

03.06.2018
Schwergewichte brauchen Hilfe zum Abnehmen.   Foto: Fotolia / Gina Sanders

Weltweit steigt die Zahl der übergewichtigen und adipösen (fettleibigen) Menschen rapide an. 2015 waren weltweit rund 604 Millionen Erwachsene und etwa 108 Millionen Kinder massiv übergewichtig. Zu den Folgen zählt ein größeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus, chronische Nierenleiden und Beschwerden im Bewegungsapparat. Sehr adipöse Menschen haben darüber hinaus ein höheres Risiko für eine Krebserkrankung oder einen Schlaganfall. Häufig kommen noch seelische Leiden hinzu.
Die Ursachen für eine Adipositas-Erkrankung sind multifaktoriell. Neben genetischen Veranlagungen entscheiden vor allem eine fehlerhafte Ernährung, Bewegungsmangel, Stoffwechselerkrankungen oder die Einnahme bestimmter Medikamente mit. Auch soziale und emotionale Faktoren haben einen Einfluss auf die Entwicklung und Ausprägung der Krankheit. Oft sind viele Probleme gleichzeitig vorhanden, was die Behandlung umso schwieriger macht.
Einmal angelegtes massives Übergewicht wieder zu verlieren, ist mit konservativen Maßnahmen fast unmöglich.
Als letztes Mittel bleibt dann nur noch eine sogenannte bariatrische Operation, bei der ein operativer Eingriff am Magen vorgenommen wird. Die beiden gängigsten Operationsmethoden sind derzeit die Schlauchmagenbildung sowie der Magen-Bypass. Beim Schlauchmagen wird ein großer Teil des Magens dauerhaft entfernt. Der Effekt: Neben einer hormonellen Umstellung tritt vor allem ein früheres Sättigungsgefühl ein und es können jeweils nur kleine Portionen aufgenommen werden. Dieses Verfahren wird häufig bei sehr starkem Übergewicht (BMI > 60) als Vorbereitung für einen evtl. weiteren Eingriff (z. B. Magen-Bypass) genutzt. Beim Magen-Bypass wird ein kleinerer Teil des Magens belassen und eine Umgehung zu einem tiefer gelegenen Teil des Dünndarms geschaffen. Damit wird zusätzlich zu den Effekten der Magenverkleinerung ein Teil des Darms umgangen, sodass weniger Nährstoffe aus der Nahrung aufgenommen werden können. (red)

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