Allgemeine Medizin

Therapien länger durchhalten

Millionen Medikamente werden jedes Jahr verordnet, doch ein Großteil davon wird entweder nur unvollständig oder gar nicht eingenommen. Das ist nicht nur unwirtschaftlich, sondern kann auch gefährlich werden.

27.08.2017
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Eine vom Arzt verordnete Therapie kann nur gelingen, wenn sie eingehalten wird. Grundvoraussetzung dafür ist die Therapietreue. Denn Arzneimittel könnten erst dann einen definierten Wirkstoffspiegel im Körper des Patienten erreichen, wenn die Einnahme lückenlos erfolge, erklärt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Eine unregelmäßige Einnahme und dadurch bedingte, schwankende Wirkstoffspiegel gefährdeten dagegen das Therapieziel.
Manche Patienten bezweifeln jedoch den Nutzen der Medikamente oder befürchten Neben- und Wechselwirkungen. Andere sind von der täglichen Selbstorganisation überfordert und vergessen, ihre Arzneimittel einzunehmen. Erkrankte können zudem nicht immer selbst beurteilen, wie wichtig eine Medikamenteneinnahme für sie ist, Fortschritte wirken sich nicht unbedingt sofort auf das Wohlbefinden aus. So nehmen Patienten einen hohen Blutdruck nicht wahr. Die Folge: Die Motivation, dauerhaft ein regulierendes Arzneimittel einzunehmen, sinkt.
Wer Routinen einhält und die Medikamente als festen Bestandteil in den Alltag integriert, schafft gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Therapie. Tabletten können etwa griffbereit an einem festen Platz liegen. Mit einem Tablettendispenser kann man Arzneimittel für die Woche vorsortieren, was die Einnahme der Medikamente zum richtigen Zeitpunkt erleichtert. Es hilft auch, einen Wecker zu stellen oder eine digitale Erinnerung im Handy einzurichten. Ältere Menschen sollten sich dabei von Freunden und Angehörigen helfen lassen.
Wer seine Arzneimittel trotzdem absetzen möchte, sollte vorher mit seinem Arzt oder Apotheker sprechen, rät
Ursula
Funke.

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(red)