Allgemeine Medizin

Schmerzmittel erhöhen Herzinfarktrisiko

Die Liste der möglichen Nebenwirkungen bei Medikamenten ist meist lang. Doch bei zwei gängigen Wirkstoffen ist die Gefahr greifbar nah.

22.10.2017
Foto: Adobe Stock_psdesign1

Sie sollen Entzündungen und Schmerzen lindern. Doch wenn man sie länger als eine Woche einnimmt, sollen sogenannte nicht-steroidale Entzündungshemmer einer großen Studie zufolge das Risiko für Herzinfarkte erhöhen. Dazu gehören auch die vielfach verschriebenen und in geringer Dosierung sogar freiverkäuflichen Wirkstoffe Ibuprofen und Diclofenac. Die Gefahr steige mit der Dosierung und der Einnahmezeit, so die Wissenschaftler von der Universität in Montreal. Selbst geringe Mengen könnten schon nach wenigen Tagen die Infarktgefahr erhöhen. Am höchsten sei das Infarktrisiko, wenn der Wirkstoff hochdosiert und langfristig eingenommen wird. Dann könnte sich das Risiko sogar verdoppeln.
Die Forscher um Michèle Bally werteten Daten von insgesamt 446.763 Menschen aus, denen Ärzte entzündungshemmende Substanzen verordnet hatten – rezeptpflichtige ebenso wie frei verkäufliche. Der negative Einfluss auf die Herzgesundheit erwies sich für beide Gruppen als gleich groß.
Erst im März hatte eine Studie aus Dänemark mit 30.000 Probanden gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit eines Herzstillstands durch die beliebten Wirkstoffe Ibuprofen und Diclofenac um 50 beziehungsweise 30 Prozent anstieg, im Vergleich zu Patienten, die keine Schmerzmittel genommen hatten.
Schmerztabletten, auch freiverkäufliche, sind ohnehin nicht harmlos. So können sie bei dauerhafter Einnahme zu Leber- und Nierenschäden führen, Magengeschwüre verursachen und – wie man nun weiß – auch dem Herzen schaden.
Die Daten machen deutlich, dass Menschen vorsichtig mit den entzündungshemmenden Schmerzmitteln umgehen sollten – vor allem diejenigen mit Herzproblemen. (red)

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