Allgemeine Medizin

Pausen schützen vor Sekundenschlaf

Autofahren erfordert volle Konzentration. Doch die lange Dunkelheit im Herbst und Winter könnte diese auf eine harte Probe stellen. Woran das liegt und was man tun kann.

23.01.2019
Bei ersten Müdigkeitsanzeichen anhalten und Augen zu!  Foto: Fotolia / africastudio Bei ersten Müdigkeitsanzeichen anhalten und Augen zu! Foto: Fotolia / africastudio

Müdigkeit und mangelnde Konzentration am Steuer oder gar ein Sekundenschlaf kann für alle Beteiligten verheerende Folgen haben.
Laut einer Kantar-EMNID-Umfrage des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) im Rahmen der Kampagne „Vorsicht Sekundenschlaf!“ ist jeder/jede vierte Pkw-Fahrende schon einmal am Steuer eingeschlafen. Befragt wurden im Oktober 2016 insgesamt über 1000 Autofahrerinnen und Autofahrer über 18 Jahre.

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Das Spiel der Hormone

Zu den jahreszeitlich bedingt kürzeren Tagen kam Ende Oktober noch die Zeitumstellung. Die Nächte wurden dadurch noch länger. All das wirkt aufs Gehirn wie ein Mini-Jetlag, der die innere Uhr durcheinanderbringt. Der Spiegel des „Schlafhormons“ Melatonin steigt und bewirkt eine stärkere Müdigkeit, aber eben auch eine Beeinträchtigung der Sinneswahrnehmung allgemein. Die Fahrtüchtigkeit leidet. Das Risiko am Steuer einzuschlafen steigt.
Wer sich morgens unausgeschlafen fühlt, sollte daher wenn möglich, noch einmal die Augen zumachen oder abwechselnd heiß und kalt duschen. Wer nachmittags müde wird, dem hilft ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft. Dadurch wird die Produktion des „Glückshormons“ Serotonin angekurbelt, das wach macht. Man fühlt sich wieder gut gelaunt, wird aktiver.

SOS-Tipps gegen Müdigkeit

Wer am Steuer sitzt, sollten erste Müdigkeitssignale des Körpers besonders ernst nehmen. Plötzlich schwere Augenlider oder gar kurze Blackouts sind ein Alarmsignal und Grund, sofort den nächsten Parkplatz anzusteuern. Denn vermeintliche Tricks, wie ein offenes Fenster oder ein angeschaltetes Innenlicht, können diese Müdigkeit nicht vertreiben. „Müdigkeit lässt sich nicht einfach an- und ausschalten und so kompensieren“, bestätigt DVR-Hauptgeschäftsführer Christian Kellner.

Pause einlegen

Die einzig wirksame Maßnahme sei eine Pause. Ein Kurzschlaf von 10 bis 20 Minuten mache wieder wach und erhöhe die Konzentration, so Kellner.
Länger als 20 Minuten sollte der Schlaf aber nicht dauern. Denn je länger der Kurzschlaf, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass währenddessen das REM-Stadium (REM = Rapid Eye Movement) eintritt und man diese kleine Auszeit nicht mehr als erholsam erlebt. Der REM-Schlaf gehört zu einem gesunden Schlaf und bildet das letzte der vier Schlaf-Stadien. (red)