Allgemeine Medizin

Neuer Allergietest: getrocknetes Blut genügt

Heuschnupfen oder doch eine Hausstaub-Allergie? Mit Bluttests kommt man der Ursache schnell auf die Spur. Doch auf dem Land ist der Transport der Blutprobe ins nächste Labor nicht so leicht. Das könnte sich bald ändern.

10.04.2019
Allergien kann man künftig unkomplizierter testen.     Foto: Fotolia / drubig-photo Allergien kann man künftig unkomplizierter testen. Foto: Fotolia / drubig-photo

Erle und Haselnuss – die ersten Frühblüher sind schon wieder unterwegs. Wer jetzt unter Juckreiz und Niesen leidet, sollte einen Allergietest machen. Normalerweise muss man dazu für einen Bluttest zum Arzt gehen. Danach werden die Proben im Labor untersucht.
Für Menschen, die auf dem Land leben, ist das ganze Prozedere jedoch oft zu kompliziert und teuer. Denn die Blutproben müssen aufwendig verpackt und verschickt werden.
Ein an der MedUni Wien mitentwickelter Allergie-Chip hilft, allergische Sensibilisierungen frühzeitig und anhand von getrocknetem Blut zu erkennen.
Ein Team rund um Studienleiter Rudolf Valenta vom Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung hat nachgewiesen, dass dieser Multiallergentest mit getrocknetem Blut gleich gut funktioniert. Dafür genügen wenige getrocknete Blutstropfen auf einen Streifen Whatman-Papier, das weltweit am häufigsten verwendete, extrem saugfähige Löschpapier.
Das Ergebnis einer Studie zeigte, dass die getrockneten, von einem Arzt abgenommenen, Blutproben das gleiche Ergebnis zeigten wie eine Analyse von frischem Serum. Und das unabhängig von Zeit und Temperatur. Dabei wird aus dem Papier ein kleiner Teil herausgestanzt und in einem Plastikhütchen mit einer Flüssigkeit versetzt, danach werden die Antikörper in einer Zentrifuge herausgefiltert und auf den Allergie-Chip aufgetragen. Dieser deckt mithilfe von fluoreszenz-markierten Antikörpern mögliche Allergien auf.
Derzeit kann das Serum auf mehr als 100 Allergene gleichzeitig getestet werden, angefangen von Apfel bis Pollen, von Gräsern, Nahrungsmittelallergenen und Bienenstich bis hin zu diversen, eigentlich harmlosen Umweltstoffen wie Hausstaub. (red)

Anzeige