Allgemeine Medizin

Neue Nervenstimulation lindert Migräne

Der Vagusnerv regelt die Tätigkeiten fast aller inneren Organe mit. Eine neue Studie fand heraus, dass seine Stimulation chronische Kopfschmerz-Attacken lindern kann.

03.12.2017
Der Vagusnerv verläuft an den Halsschlagadern.   Foto: Adobe Stock / Syda Productions

Migräne wird man so schnell nicht los, vor allem wenn sie chronisch ist. Die heftigen Kopfschmerzattacken werden durch bestimmte Auslöser getriggert. Auch eine familiäre Veranlagung spielt dabei eine Rolle. Die gängigen Behandlungsmöglichkeiten erschöpfen sich meist in Schmerzmedikamenten und alternativen Heilverfahren.
Wie die Ärztezeitung berichtet, hat nun eine neue randomisierte, plazebo-kontrollierte Studie von der Universität Pavia in Italien eine neue Option erfolgreich getestet: eine nicht-invasive Stimulation des Nervus vagus (nVNS). Laut Ergebnissen der PRESTO-Studie hat die Methode günstige Effekte auf den Verlauf von Migräneattacken gezeigt. Bei der nVNS wird ein Stimulator von außen rechts oder links am Hals im Bereich der Halsschlagadern aufgesetzt, da dort der Vagusnerv nah an der Hautoberfläche verläuft.
Die insgesamt 248 getesteten Studienteilnehmer sollten den Stimulator selbst innerhalb der ersten 20 Minuten nach Beginn der Kopfschmerzen aufsetzen. Hielten diese an, sollte die Stimulation nach 15 Minuten einmal wiederholt werden. Die Kontrollgruppe bekam einen ähnlichen Stimulator, der allerdings keinen Vagus-stimulierenden Strom abgab, sondern lediglich das für die Stimulation typische „Prickeln“ auf der Haut erzeugte. Eine halbe Stunde nach Beginn der Attacke waren in der Gruppe mit dem echten Stimulator 12,7 Prozent und eine Stunde nach der Attacke 21,0 Prozent der Patienten schmerzfrei. Das waren jeweils mehr als doppelt so viele wie in der Gruppe mit der Placebo-Stimulation. (red)

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