Allgemeine Medizin

Machen stille Entzündungen depressiv?

Der Darm ist der Schlüssel zu vielen Problemen. Forscher fanden heraus, dass eine veränderte Darmflora Depressionen begünstigt.

09.11.2018
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Depressive Verstimmungen können viele Ursachen haben – auch körperliche. Dreh- und Angelpunkt ist dabei die Schleimhaut in unserem Darm. Ist sie durchlässiger als normal, kann sich das negativ auf die Psyche auswirken. Darauf weist das MVZ Institut für Mikroökologie aus Herborn hin. Lässt sie zu viele Fremdstoffe durch, können stille Entzündungen entstehen, die dem Gehirn Serotonin entziehen.
Gründe für eine durchlässigere Darmschleimhaut sind zum Beispiel chronischer Stress oder eine veränderte Darmflora. Dann nämlich können Schadstoffe, Allergene und bakterielle Zerfallsprodukte ins Gewebe und ins Blut gelangen. Letztere entstehen ganz natürlich in der Darmflora, da dort immer auch ein Teil der kurzlebigen Bakterien abstirbt.
Dringen die Stoffe in unser Körperinneres ein, hat das weitreichende Folgen: Sie lösen unterschwellige Entzündungen aus, die mit vielen chronischen Erkrankungen in Zusammenhang gebracht werden. Ärzte sprechen von einer „Silent Inflammation“, einer „stillen Entzündung“, die bei starkem Übergewicht genauso eine Rolle spielt wie bei depressiven Verstimmungen.
Diese Entzündungen wirken sich auf den Stoffwechsel aus und senken die Konzentration von Serotonin. Das „Glückshormon“ des Körpers reguliert den Gefühlshaushalt und sorgt für gute Laune. Außerdem entspannt es, fördert den Schlaf und wirkt antidepressiv. Liegt eine stille Entzündung vor, können gleichzeitig Stoffe entstehen, die die Nerven schädigen und depressive Verstimmungen fördern.
Ein Check-up der Blutwerte auf Entzündungswerte kann helfen, stille Entzündungen frühzeitig zu erkennen und eine gezielte Therapie einzuleiten. So kann der Glückshormon-Haushalt wieder ins Gleichgewicht kommen. (red)

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