Allgemeine Medizin

Koloskopie – zwei Tage Fasten ist effektiver

Wenn das wichtige Verdauungsorgan Probleme bereitet, sollte man sich mit dieser Methode Gewissheit über die Ursache verschaffen. Eine gute Vorbereitung ist wichtig.

30.04.2018
Diese Untersuchung hilft, Darmkrebs aufzuspüren.   Foto: AdobeStock / Markus Mainka

Plötzlich Blut im Stuhl oder ständige Schmerzen im Darm? Wer davon betroffen ist, bekommt von seinem behandelnden Arzt meist eine Darmspiegelung (med. Koloskopie) verordnet. Denn nur mit einem Endoskop kann man sehen, was sich tatsächlich im Dickdarm abspielt. Auch bei der Krebsvorsorge spielt diese Untersuchung eine Rolle. Denn noch sterben pro Jahr mehr als 25.000 Menschen an Darmkrebs.
Die Koloskopie gehört für Versicherte ab dem 55. Lebensjahr deshalb zum Früherkennungsprogramm dazu. Sie gilt als eines der effektivsten Verfahren der Krebsvorsorge – auch weil Gastroenterologen Tumorvorstufen in der Darmwand direkt bei der Untersuchung entfernen können.

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Abführmittel für gute Sicht

Je sauberer der Darm, desto aussagekräftiger ist das Ergebnis einer Darmspiegelung. Im Normalfall muss man dafür einen Tag vor der Untersuchung den Darm mit einem Abführmittel, einer Polyethylenglykol-Lösung (kurz: PEG), reinigen. Viszeralchirurgen raten, diese Vorbereitung auf zwei Tage zu verteilen. Das erhöhe laut Studien die Reinigungswirkung und damit die Sicht während der Prozedur. „Ärzte und medizinisches Personal sollten sich Zeit nehmen, Patienten über die Bedeutung und den Ablauf der Darmreinigung aufzuklären“, sagt Prof. Dr. med. Alexander Meining, Vorsitzender der Sektion Endoskopie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten. „Denn wenn der Darm nicht optimal vorbereitet ist, können wir die Strukturen der Darmwand nicht verlässlich beurteilen.“ Darmpolypen, wie Adenome, die sich zu bösartigen Krebsgeschwüren entwickeln können, blieben möglicherweise unentdeckt, mahnt der Experte. Im Zweifelsfall müsse die Untersuchung wiederholt werden.

Fasten zum Entlasten

Patienten sollten bereits vier Tage vor dem Termin auf ballaststoffreiches Gemüse und Vollkornprodukte verzichten. Am Vortag der Darmspiegelung beginnt dann das Fasten. „Am Mittag eine klare Brühe und ab dann nur noch trinken“, erklärt Meining. Am frühen Abend sollten Patienten dann die erste Dosis des Abführmittels zu sich nehmen. Am nächsten Morgen steht die zweite Dosis an.
Eine kanadische Metaanalyse zeige ganz deutlich, dass sich mit PEG-Lösungen, auf zwei Tage verteilt, die besten Ergebnisse erzielen ließen, so Meining. „Ich rate dazu, die Spüllösung so schnell wie möglich eiskalt zu trinken.“ Parallel dazu sollten Patienten je zwei Liter klare Säfte, Wasser oder Früchtetees trinken. (red)