Allgemeine Medizin

Gefahr durch Zecken so groß wie noch nie

Bereits im vergangenen Jahr stieg die Zahl der FSME-Fälle stark an. Auch haben infizierte Zecken neue Gebiete erobert. Wirksamen Schutz bietet nur eine Impfung.

17.06.2018
Die Blutsauger können gefährliche Erreger übertragen.   Foto: AdobeStock / sepy Die Blutsauger können gefährliche Erreger übertragen. Foto: AdobeStock / sepy

Zecken gibt es schon lange. Und das Risiko durch einen Biss von ihnen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Borreliose zu bekommen, immer präsent. Doch die Erkrankungszahlen aus dem vergangenen Jahr alarmieren die Fachwelt. So gab es in 2017 499 diagnostizierte FSME-Fälle – die zweithöchste je registrierte Zahl, erklärte PD. Dr. Gerhard Dobler, Leiter der Abt. für Virologie und Rickettsiologie am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München auf dem 4. Süddeutschen Zeckenkongress. Gleichzeitig wanderten neue Zecken ein, und die Hot-Spots und die Krankheit breiten sich weiter nach Norden aus.
„Einige Landkreise, die über Jahre hinweg Erkrankungen meldeten, blieben im vergangenen Jahr völlig unauffällig. In anderen trat die Krankheit erstmals und gleich auch besonders gehäuft auf“, berichtet Prof. Dr. Ute Mackenstedt, Parasitologin der Universität Hohenheim und Initiatorin des Süddeutschen Zeckenkongresses. „Die Statistik zeigt uns ganz neue Hot-Spots in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Bayern und Baden-Württemberg zählen mit 85 Prozent der Erkrankungsfälle aber nach wie vor zu den größten Hochrisikogebieten.“
Den zuverlässigsten Schutz vor einer FSME-Erkrankung bietet nur eine Impfung. Dr. Dobler warnt davor, die Krankheit zu unterschätzen: „Zu den schweren Krankheitsverläufen gehören Lähmungen, Koma, Krampfanfälle, Defektheilungen und vereinzelt auch Todesfälle.“ Davon seien Erwachsene und Kinder gleichermaßen betroffen. (red)

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