Allgemeine Medizin

Bauchspeicheldrüse in Gefahr

Er gehört zu den heimtückischsten Krebsarten und hat die schlechtesten Heilungschancen: Das Pankreaskarzinom. Forscher sollen einen neuen Test entwickeln, der die Früherkennung verbessern soll.

21.09.2017
Zu viel Alkohol kann die Bauchspeicheldrüse krank machen	  Foto: fotolia_kzenon

Bauchspeicheldrüsenkrebs - das Pankreaskarzinom – gehört zu den gefährlichsten Krebsarten, denn er spricht auf Medikamente oder eine Strahlentherapie nur schlecht an. Deshalb überleben nur vier bis acht Prozent der Patienten die ersten fünf Jahre nach der Diagnose. Im Jahr 2016 rechneten Experten mit rund 18.600 Neuerkrankungen.
Experten der Universität Greifswald schätzen, dass das Pankreaskarzinom im Jahr 2030 voraussichtlich die dritthäufigste Todesursache unter den Krebserkrankungen sein wird. Ein Grund für die schlechte Prognose der Patienten ist die Tatsache, dass die Krankheit oft erst im fortgeschrittenen Stadium Beschwerden bereitet und entsprechend spät diagnostiziert wird. Anders als zum Beispiel beim Dickdarmkrebs, dessen Vorstufen durch eine Darmspiegelung entdeckt und entfernt werden können, gibt es bisher keine Methode zur Früherkennung oder Prävention des Pankreaskarzinoms.

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Bislang fehlt Test zur Früherkennung

Eine andere, aber gutartige Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, die chronische Pankreatitis ist mit 18.000 stationären Behandlungsfällen im Jahr 2014 ebenfalls sehr häufig. Für die richtige Behandlung ist die frühzeitige Beurteilung, ob eine Pankreatitis oder ein Pankreaskarzinom vorliegt, von entscheidender Bedeutung, was aber mittels bildgebender Verfahren nur in zwei Drittel der Fälle gelingt. Deshalb wäre die Entwicklung eines Labortests, mit dem sich die beiden Krankheiten sicher unterscheiden lassen oder sich das Pankreaskarzinom im Frühstadium diagnostizieren ließe, ein großer Fortschritt für die Betroffenen. Einen solchen Test gibt es bisher nicht.

Forschungsgelder für neues Verfahren

Eine neue Möglichkeit diagnostische Tests zu entwickeln, bietet heute die Technik der „Metabolomic“, ein Verfahren, durch das sich die Gesamtheit aller Stoffwechselprodukte zum Beispiel im Blut bestimmen lässt. Analog zur „Genomic“ und der „Proteomic“ bei der alle Gene bzw. Eiweiße bestimmt werden, analysiert man bei der Metabolomic Metabolite, also Stoffwechselprodukte und Enzyme. Darin sucht man eine Signatur, die für eine bestimmte Krankheit charakteristisch ist. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert deshalb eine Mulitcenterstudie der Universität Greifswald, bei der 1.500 Patienten mit erhöhtem Risiko für ein Pankreaskarzinom aus ganz Deutschland untersucht werden. Ist das Projekt erfolgreich und der Labortest im Klinikalltag künftig einsetzbar, würde es die Überlebenschancen betroffener Patienten um 30 bis 40 Prozent erhöhen. (red)