Allgemeine Medizin

Allergisch auf Duftstoffe?

Sie sollen verführerisch sein und uns das Gefühl von Frische verleihen. In Wahrheit handelt es sich bei vielen Stoffen in Kosmetika und Parfüms um Chemiekeulen.

31.07.2017
Jedes Parfüm enthält eine Vielzahl an verschiedenen Stoffen.  Foto: Fotolia_ra2 studio

Ob im Kaufhaus, im Zug oder im Büro – wir sind eigentlich überall von Duftstoffen umgeben. Das kann für nicht wenige zum Gesundheitsproblem werden. Reaktionen wie Hautekzeme, tränende Augen, Kopfschmerzen oder Atembeschwerden beim Kontakt mit Duftstoffen und Duftstoffmischungen können Warnsignale einer Duftstoffallergie sein. Rund eine Million Betroffene soll es laut einer Studie, die im Auftrag des Umweltbundesamtes gemacht wurde, geben. Sie entwickeln regelrechte Stressreaktionen – ähnlich wie beim Lärm – wenn ihre Haut oder ihre Atemwege ungewollt vermeintlich wohlriechenden Düften ausgesetzt sind.

Anzeige

Verbote werden oft umgangen

Das wissenschaftliche Beratungskomitee der Europäischen Union (SCCNFP) hat 26 Duftstoffe als besonders häufig allergieauslösend eingestuft. Diese Stoffe sind nach der Kosmetikverordnung auf dem kosmetischen Produkt anzugeben, falls sie festgelegte Konzentrationen überschreiten. Dazu gehören unter anderem Citral, Farnesol und Linalool. Diese Chemikalien sind nicht nur Bestandteil von Parfüm und anderen Kosmetikprodukten, sondern auch in Wasch- und Reinigungsmitteln, Raumsprays, Duftkerzen und Ölen für Duftlampen enthalten. Zudem unterschreiten Kosmetik-Hersteller häufig die deklarationspflichtige Konzentration oder ersetzen diese Substanzen durch andere, die sie nicht ausweisen müssen. Diese können aber bei Allergikern möglicherweise ebenfalls eine Allergie auslösen.

Lüften statt beduften

Duftstoffe können über die Haut oder die Atmung in den Organismus gelangen und sich über die Blutbahn im gesamten Körper verteilen. Bei einigen wird davon ausgegangen, dass sie auch über die Haut aufgenommen werden können. Als Kontaktallergene können sie bei Kontakt mit der Haut zu einer Entzündung (Ekzem) führen.
Auch privat nimmt der Dufteinsatz zu. Die wenigsten wüssten, dass die Düfte die Qualität der Innenraumluft meist dramatisch verschlechtern, warnt der Deutsche Allergie- und Asthmabund e. V. (DAAB). Und auch das Umweltbundesamt rät, lieber die Räume zu lüften und die Ursachen zu bekämpfen, statt sie zu beduften. Schlechte Luft mit Duftstoffen zu überdecken, wäre jedenfalls keine gute Lösung. (red)