Allgemeine Medizin

Alkoholschmerz: Ist es Lymphdrüsenkrebs?

Bekommt man nach feucht-fröhlichen Nächten öfter Halsweh, sollte man zum Arzt gehen. Denn hinter dem harmlosen Symptom könnte Krebs stecken.

17.10.2018
Foto: AdobeStock /Z Africa Studio Foto: AdobeStock /Z Africa Studio

Wer nach einem Glas Wein oder Bier Halsweh bekommt, sollte misstrauisch werden. Denn hinter dem sogenannten Alkoholschmerz verbirgt sich möglicherweise ein Hinweis auf ein Hodgkin Lymphom (auch Morbus Hodgkin) – ein bösartiger Tumor in den Lymphknoten.
Sogar geringe Mengen an Alkohol genügen, um die Lymphknoten anschwellen zu lassen. Vor allem am Hals. Aber auch in Brust-, Achsel-, Leisten- und Bauchbereich können Lymphknoten dauerhaft anschwellen.
Anders als bei einer Infektion sind diese bei Druck oft nicht schmerzhaft. Dagegen empfinden Betroffene starke, stechende oder auch stumpfe Schmerzen im Hals, was oft als erkältungsbedingt fehlgedeutet wird.
Allerdings leiden nur zehn Prozent der Betroffenen unter diesem speziellen Symptom, aber wenn, dann gilt der Alkoholschmerz als typisches Frühsymptom. Zusätzlich sind ein unbegründeter, schneller Gewichtsverlust, Nachtschweiß und Fieber wichtige Warnzeichen. Doch erst Blutwerte wie eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und bildgebende Verfahren wie z. B. ein PET oder ein CT können den Verdacht letztlich bestätigen.
Wie es zum Alkoholschmerz im Hals kommt, darüber gibt es bislang nur Vermutungen. So könnte etwa die gefäßerweiternde Wirkung des Alkohols die Lymphknoten anschwellen lassen. Aber auch spezielle Hormone, die Prostaglandine, die an der Schmerzentstehung mitwirken, könnten durch Alkohol beeinflusst werden.
Pro Jahr erkranken rund 2300 Menschen neu an Lymphdrüsenkrebs, etwas mehr Männer als Frauen, vor allem im zweiten und sechsten Lebensjahrzehnt. Die gute Nachricht: Eine Mehrzahl von 84 bzw. 85 Prozent überlebt.(bibi)

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